Köln (rpo). Der Polizei in Köln ist eine Bande äußerst gewalttätiger Jugendlicher ins Netz gegangen. Den Tätern von 14 bis 19 Jahren werden Raubüberfälle, schwere Brandstiftung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Sie filmten ihre brutalen und sadistischen Taten teilweise mit Handy-Kamera.
Mit Handys filmten die Mitglieder der "Bickendorf Gangster" ihre Taten. Foto: Nokia, gms
Die Beamten hatten nach Wohnungsdurchsuchungen diese Woche zunächst acht Beschuldigte festgenommen. Gegen einen 15-Jährigen und drei 16-Jährige wurde Haftbefehl erlassen. Die Bande, die sich laut Polizei selbst "Bickendorf Gangster" nannte, suchte demnach ihre Opfer vor allem unter sozial Schwachen und Obdachlosen.
Ende März schlugen die Jugendlichen einen Obdachlosen zusammen, nachdem sie den Mann und dessen Partnerin mit Steinwürfen vor sich hergetrieben hatten. Zwei alkoholkranken Männern traten die Festgenommenen demnach insgesamt fünf Mal die Wohnungstür ein, bedrohten sie mit Messern und raubten Bargeld, ein Fahrrad und ein Handy. In zwei Fällen drangen sie in Wohnungen ein und steckten sie in Brand.
Brutal und gewalttätig
Im Januar schlugen mehrere Bandenmitglieder einen 59-jährigen Kneipenbesucher auf dem Heimweg grundlos zusammen. Der Überfallene trug erhebliche Kopfverletzungen davon. Im Februar drängten sie einen angetrunkenen Mann in dessen Wohnung, setzten sich an den Computer und spielten. Trotz Aufforderung des Wohnungsinhabers wollten sie partout nicht gehen, berichtete die Polizei. Letztlich sprühten sie ihrem Opfer Reizgas ins Gesicht, verließen die Wohnung und nahmen den PC einfach mit.
Zwei der Tatverdächtigen konnten laut Polizei im Anschluss festgenommen werden. Ein 16-jähriger mutmaßlicher Bandenchef wurde sogar dem Haftrichter vorgeführt, der aber den Jugendlichen mangels Wiederholungsgefahr wieder entließ.
Wenig später zündete der 16-Jährige die Wohnung eines Mannes an, den die Jugendlichen dort zuvor gequält hatten. Er habe mögliche Tatspuren beseitigen wollen, noch während das Opfer eine Anzeige aufgab, erklärte die Polizei.
Quelle: ap