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Drei Wochen nach dem Rücktritt
Käßmann feiert ein doppeltes Comeback

Margot Käßmann: Frau voller Widersprüche
Margot Käßmann: Frau voller Widersprüche FOTO: ddp
Düsseldorf (RP). Margot Käßmann (51) ist wieder da - drei Wochen, nachdem sie als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und als hannoversche Landesbischöfin wegen ihrer nächtlichen Alkoholfahrt zurückgetreten ist.

Erstens hat sie angekündigt, beim Ökumenischen Kirchentag Mitte Mai in München aufzutreten und einer Handvoll Veranstaltungen beizuwohnen, darunter einer mit dem Titel "Frauen und Macht".

Zweitens hat sie, während ihr stark autobiografisches "In der Mitte des Lebens" noch hoch in den Bestseller-Listen rangiert, ein neues Buch geschrieben: "Fantasie für den Frieden", ein Bändchen von 99 Seiten. Es enthält ihre umstrittene Neujahrspredigt ("Nichts ist gut in Afghanistan"), die bereits veröffentlichte Afghanistan-Stellungnahme der EKD und eine lange Erwiderung auf die Kritiker.

"Ich bleibe dabei", schreibt Käßmann zum Schluss: "Wir brauchen mehr Fantasie ... für ganz andere Formen, Konflikte zu bewältigen." Sie räumt aber auch ein, militärische Gewalt könne nicht von vornherein ausgeschlossen werden, wenn "Recht und Frieden" wiederhergestellt werden sollen.

Einen völligen Rückzug Käßmanns vermochte man sich schon in jenen bitteren Februartagen nicht recht vorzustellen - jetzt ist es gleich eine doppelte Rückkehr geworden.

"Fantasie für den Frieden" allerdings war wohl nicht als mediales Lebenszeichen geplant. Der Verlag jedenfalls fügte der Ankündigung des Werks den Satz hinzu: "Frau Käßmann hat das Buch fertiggestellt, kurz bevor sie von ihren Ämtern zurückgetreten ist."

(Von Frank Vollmer/pst)
 
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