Abschiedsbrief im Internet: Kam Macheten-Mörder aus rechter Szene?
zuletzt aktualisiert: 21.02.2008 - 14:33Leer (RPO). Eine neue Spur wirft Licht auf den Fall des so genannten Macheten-Mörders: Der Mann, der zuerst seine Freundin enthauptet und sich dann umgebracht haben soll, hat kurz vor der Bluttat auf einer Internetseite Lebensüberdruss geäußert und sich der rechten Szene zugeordnet.
Die Polizei will das "wirre Schreiben" nun auf Zusammenhänge zwischen dem Verbrechen und dem politischen Umfeld auswerten, wie Staatsanwaltschaft Werner Kramer am Donnerstag sagte.
Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass der 32 Jahre alte Industriemechaniker die junge Frau am Mittwochmorgen in seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus tötete und die Leiche dann mit einer Machete enthauptete. Anschließend beging er Selbstmord durch einen absichtlichen Autozusammenstoß. Den Kopf der Frau fanden die Ermittler in seinem völlig zerstörten Auto. In der Wohnung entdeckten sie neben der Leiche und der Mordwaffe zahlreiche weitere Waffen.
Der Mann sei bislang nie als Rechtsradikaler aufgefallen, sagte Kramer. Er habe mit der Frau seit einiger Zeit eine Beziehung gehabt, von der ihr 35 Jahre alter Lebensgefährte nichts wusste.
Laut Obduktion erwürgte der Industriemechaniker die Frau zunächst und köpfte sie dann mit der Machete. Anschließend nahm er den Kopf in seinem Rucksack mit und zündete die Wohnung an. Anwohner bemerkten den Brand und riefen die Polizei. Bei der anschließenden Verfolgungsjagd scherte der 32-Jährige unvermittelt auf die Gegenfahrbahn aus und raste in einen Laster. Der Mann starb noch an der Unfallstelle.
Die Staatsanwaltschaft ließ die Internetseite des Mannes am Donnerstag aus dem Internet nehmen. Nach Angaben des NDR hatte er sich dort als fanatischen Computerspieler bezeichnet und rechtsradikale Positionen vertreten. Einen Tag vor der Tat habe er einen Abschiedsbrief veröffentlicht, in dem es heiße: "Für mich gibt es keine Zukunft. Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, wie wir sie jetzt haben".
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