Jagd auf den "Problembär": Kann eine Bärin JJ1 in die Falle locken?
VON JUDITH CONRADY - zuletzt aktualisiert: 14.06.2006 - 11:19München (rpo). Braunbär JJ1 schlägt seinen Häschern ein ums andere Mal ein Schnippchen: Auch die finnischen Bärensuchhunde, die den "Problembär" erschnüffeln sollen, sind bisher erfolglos. Nichts scheint den Bären in die Falle locken zu können - denn eigentlich sucht er nur nach einem: einer Bärenfrau. Könnte nicht eine Bärin JJ1 anlocken?
Manfred Wölfl, Biologe und Koordinator für Großtierarten beim bayerischen Landesamt für Umwelt, erklärt die Wanderschaft des Braunbären mit der Suche nach Artgenossen: „Er sucht Anschluss an andere Bären – solange er keine anderen Bären findet, wird er weiter wandern." Es sei normal, dass männliche Jungbären ihr Revier verließen, um später einmal eine Bärendame anderswo zu finden.
JJ1 mit Hilfe einer Bärin anzulocken, ist nach Einschätzung von Dr. Roland Eichhorn vom bayerischen Umweltministerium wenig praktikabel. "Das ist nicht so einfach. Wir müssten eine Bärin, die wild ist, nach Bayern umsiedeln", so Eichhorn gegenüber unserer Redaktion. Das jedoch ist nicht im Sinne der bayerischen Bären-Politik: Eine aktive Wiederansiedlung von Bären im deutschen Alpenraum lehnt das Ministerium ab.
"Wir heißen Bären, die von allein nach Bayern siedeln und nicht gestört sind, gern willkommen. Aber wir wollen das nicht forcieren. Dafür ist der bayerische Alpenraum nicht mehr unberührt genug", erklärt Eichhorn.
Kein Nachwuchs erwünscht
Ohnehin ist es für die Bärenexperten des Umweltministeriums wenig wünschenswert, dass JJ1 in näherer Zukunft auf eine weibliche Artgenossin trifft. Nachwuchs vom "Problembär" ist unerwünscht. "Das wäre sehr problematisch, weil JJ1 völlig falsch erzogen wurde und sein Verhalten an seinen Nachwuchs weitergeben könnte", so Eichhorn.
Das Verhaltensproblem von JJ1 würde sich womöglich auf die Jungen verlagern - damit wäre die nächste "Problembären-Generation" geschaffen. "So lange der Bär nicht umerzogen oder dauerhaft in einem Gehege ist, sollte er sich nicht fortpflanzen", betont Eichhorn daher.
Auch eine Bärin aus dem Zoo in einem Käfig könnte JJ1 wohl nicht anlocken. "In diesem Fall hätten wir das gleiche Problem wie bei der Bärenfalle, die ja auch mit charmanten Bärendamen-Gerüchen arbeitet: Der Käfig stünde an einem festen Platz - und im Zweifelsfall nicht dort, wo sich der Bär gerade aufhält", erklärt Eichhorn.
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