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Berlin
Sexuelle Übergriffe in Berlin

So funktioniert die Masche der "Antänzer"
Berlin. Grapschen und Diebstähle überschatteten den Karneval der Kulturen. Von Tim Harpers und Eva Quadbeck

Beim Karneval der Kulturen in Berlin am Pfingstwochenende kam es im Szene-Viertel Kreuzberg zu sexuellen Übergriffen auf Frauen, die an die Geschehnisse der Silvester-Nacht von Köln erinnern. Nach Auskunft der Berliner Polizei soll es mindestens acht Opfer geben. Mittlerweile liegen sieben Strafanzeigen vor. "Wir gehen davon aus, dass sich diese Zahl noch erhöhen wird", sagte ein Polizeisprecher unserer Redaktion.

Die Täter sollen während des gesamten Pfingstwochenendes aktiv gewesen sein und die Methode des "Antanzens" genutzt haben. Bis zu zehn Täter sollen sich vor einer etwas abgelegenen Bühne in einem Kreis um junge Frauen aufgestellt und ihnen an den Po und in den Schritt gegriffen haben. Einer soll einer Geschädigten gegenüber gesagt haben: "Du willst das doch". Zum Teil wurden die Frauen auch bestohlen.

Der Karneval der Kulturen ist in Berlin jedes Jahr ein Großereignis, zu dem in diesem Jahr insgesamt 650.000 Besucher kamen. 800 Polizeibeamte waren vor Ort. Das Ereignis hat Strahlkraft weit über die Hauptstadt hinaus. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) verurteilte das Vorgehen der Täter als "erniedrigend und frauenverachtend". Anders als in Köln gab es jedoch schnelle Hilfe für die Opfer: Henkel verwies darauf, dass es "mutige Personen" gegeben habe, die in mehreren Fällen den Opfern helfen konnten. Mittlerweile wurden vier Täter ermittelt, die bereits alle polizeibekannt sind. Es handelt sich um zwei 17-Jährige und einen 40-Jährigen, alle drei türkischer Nationalität. Sie wurden vorübergehend festgenommen. Der vierte Täter ist erst 14 Jahre alt. Seine Nationalität ist unbekannt.

Quelle: RP
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