Geständnis brachte Wende: Karsten Specks letzter Auftritt vor Gericht?
zuletzt aktualisiert: 04.11.2004 - 07:57Dortmund (rpo). Am morgigen Freitag beginnt möglicherweise der letzte Akt im Justizdrama um Schauspieler und TV-Moderator Karsten Speck. Nach seinem überraschenden Geständnis der vergangenen Woche könnte das Landgericht Dortmund nun das Urteil im Prozess gegen den prominenten Angeklagten sprechen. Dem 44-Jährigen droht wegen millionenschweren Betrugs mit Immobilien eine mehrjährige Haftstrafe.
Einem Gerichtssprecher zufolge sollen am Freitag in jedem Fall die Plädoyers gehalten werden. Ob an demselben Tag auch noch das Urteil gesprochen werde, müsse abgewartet werden.
Damit könnte dann ein äußerst langwieriges und komplexes Verfahren enden, das bereits im Januar 2003 eröffnet worden war. Speck, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Cora angeklagt worden war, hatte sich stets als Nebenfigur dargestellt und beteuert, er und seine Ehefrau seien von vier mitangeklagten mutmaßlichen Komplizen hinters Licht geführt worden. Ihre Popularität sei für die Betrügereien ausgenutzt worden, sie selbst hätten ihr Vermögen verloren, betonte Speck.
Die Angeklagten sollen sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Mitte der 1990er Jahre bei Immobilengeschäften hoch verschuldet haben. Durch falsche Angaben über ihre Vermögensverhältnisse und gefälschte Unterschriften sollen sie dann Banken, Leasing-Gesellschaften und Privatanleger in einem so genannten "Schneeball-System" um rund 20 Millionen Euro geprellt haben.
Prozess gegen Ehefrau unterbrochen
Der Prozess gegen Ehefrau Cora ist aus gesundheitlichen Gründen bereits abgetrennt und unterbrochen worden. Die 43-Jährige kam Mitte Oktober nach einem Nervenzusammenbruch in eine psychiatrische Klinik. Der Hauptangeklagte wurde im September zu einer Haftstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt. Gegen zwei weitere Personen wurden Strafen von bis zu drei Jahren und drei Monaten verhängt.
Am 14. Oktober wurde Speck - der inzwischen als einziger Angeklagter übrig geblieben ist - im Gerichtssaal verhaftet und in Untersuchungshaft genommen, weil sich für die Anklagebehörde Hinweise auf drei weitere Betrugsvorwürfe ergeben hatten. Wegen akuter Fluchtgefahr kam er ins Dortmunder Gefängnis.
Knapp zwei Wochen später - am 128. Verhandlungstag - gestand Speck, "einen Fehler gemacht" und sehr wohl von den Betrügereien gewusst zu haben. Trotz dieser Aussage blieb der Angeklagte aber in U-Haft. Nach der überraschenden Wende rechnen Experten nun damit, dass schnell ein Urteil gesprochen wird.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







