| 22.21 Uhr

Land unter in Teilen Deutschlands
Hochwasseralarm nach unwetterartigem Dauerregen

Video: In Hildesheim drohen Überflutungen
Goslar. Tief "Alfred" sorgt in vielen Regionen Deutschlands für den Ausnahmezustand. Heftiger Regen und Hochwasser treffen vor allem die Region am Harz. Häuser werden evakuiert. Eine Talsperre läuft über. Eine Frau wird vermisst.

Innerhalb von zwei Tagen ist in Teilen Deutschlands mehr Regen gefallen als sonst im gesamten Juli. Das teilte der Deutsche Wetterdienst am Mittwoch mit. Besonders betroffen war ein Streifen vom südlichen Niedersachsen über Teile Hessens und Thüringens bis nach Nordbayern. Ein Überblick.

  • Niedersachsen
Übeschwemmungen in Goslar und Bad Harzburg FOTO: dpa, spf sab

Im Landkreis Goslar wurde der Katastrophenalarm ausgerufen. "Alles, was wir an Einsatzkräften zur Verfügung haben, ist im Einsatz", sagte Landkreis-Sprecher Michael Weihrich. Die kleine Siedlung Oberschulenberg wurde vorsorglich evakuiert. Der Damm eines alten Teiches drohte laut Behörden dort zu brechen.

Auch Teile der 40.000-Einwohner-Stadt Goslar selbst werden evakuiert, darunter eine Seniorenresidenz.  "Eine solch dramatische Hochwasserlage hat die Stadt Goslar seit 70, 80 Jahren nicht erlebt", sagte Oberbürgermeister Oliver Junk. Braune Wassermassen strömten durch die Straßen.

Auch in Hildesheim stand die Evakuierung eines Wohngebiets im Raum. "Bisher halten unsere Dämme. Wir sind hier aber nach wie vor auf alles vorbereitet. Auch auf eine Evakuierung", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Sollte geräumt werden, sind laut Stadt 1100 Menschen betroffen.

Wegen Erdrutschen und Straßensperrungen kam es zu Ausfällen und Verspätungen im Busverkehr. Einige Bahn-Regionalverbindungen wurden gesperrt.

  • Sachsen-Anhalt 
Fotos: Der Fluss Innerste hat Rekordpegel erreicht FOTO: dpa, sis vge

In der Nähe von Wernigerode lief eine Talsperre über. Geringe Mengen schwappten seit Mittwochabend über die Staumauer, sagte ein Sprecher des Talsperrenbetriebs in Sachsen-Anhalt. Er sprach von 1,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Das sei so viel wie acht gefüllte Badewannen.

Das Wasser fließe nun unterhalb der Staumauer in einen Bach, sagte der Sprecher weiter. Weil es nicht mehr regne, sei der Wasserstand des Zilierbachs gesunken. "Die Feuerwehr bewertet die Lage als unproblematisch", erklärte der Sprecher. Der Fluss fließt auch durch Wernigerode.

In Wernigerode verschwand während des Dauerregens eine 69-Jährige in der Nähe eines Flusslaufes. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sie in einen stark angestiegenen Fluss gefallen sei, sagte ein Polizeisprecher.

Am Mittwochabend deutete sich in Sachsen-Anhalt eine leichte Entspannung ab, wie die Behörden mitteilten. Auch in Niedersachsen schien das Schlimmste überstanden. 

(beaw/wer/dpa)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Katastrophenalarm in Goslar wegen Hochwasser – Frau im Harz vermisst


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.