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Strenger Winter in Deutschland: Kein Ende der Eiseskälte in Sicht

zuletzt aktualisiert: 03.02.2012 - 16:59

Düsseldorf (RPO). Die seit einer Woche anhaltende Kältewelle hat Deutschland für diesen Winter neue Rekordtemperaturen beschert. In Sachsen wurden in der Nacht minus 26,4 Grad gemessen. Auch in NRW herrscht strenger Frost. Wetterexperten beruhigen: Derartige Kältephasen seien auch in Deutschland nicht ungewöhnlich.

Kältekammer Deutschland: Nach Erkenntnissen der Polizei ist ein weiterer Mensch ums Leben gekommen. In Sachsen-Anhalt starb ein 53-Jähriger. Der Mann sei am Freitagmorgen von einer Zeugin tot in Großwirschleben bei Bernburg entdeckt worden, teilte die Polizei mit. Der Mann dürfte betrunken mit seinem Fahrrad nach Hause gekommen, vor dem Eingang gestürzt und liegengeblieben sein. Die Polizei geht nach derzeitigem Stand von einem Kältetod aus. Am Donnerstag war bereits in Magdeburg ein Obdachloser erfroren.

Am kältesten war es bisher im Osten des Landes. Im sächsischen Deutschneudorf seien in der Nacht zu Freitag minus 26,4 Grad gemessen worden, sagte die Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Freitag in Offenbach. Auch im Norden des Landes haben die Menschen mit den Folgen die frostigen Temperaturen zu kämpfen. Eisbrecher versuchen die Küsten und Häfen von der immer dichter werdenden Eisdecke frei zu halten.

Eisbrecher in Hamburg

In Deutschlands größtem Seehafen Hamburg nahmen erstmals in diesem Winter Eisbrecher ihre Arbeit aus. Seit Donnerstagabend seien vorerst fünf Schiffe der Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA) im 24-Stunden-Dauereinsatz auf der Norder- und Süderelbe unterwegs, sagte eine Sprecherin der Hafenbehörde. Bislang sei die Lage jedoch ruhig. Trotz Eisschollen laufe der Schiffsverkehr ohne Beeinträchtigungen.

Wegen des widrigen Winterwetters waren die ostfriesischen Inseln Juist und Wangerooge am Freitag zeitweise vom Festland abgeschnitten. Eisgang und extrem niedrige Wasserstände brachten den Fährverkehr zum Erliegen, wie die Reederei mitteilte. Auch auf den Straßen in Deutschland sorgten Schnee und Eis für zahlreiche Unfälle. Ein 26-jähriger Autofahrer kam in Brandenburg ums Leben.
Der Mann kam am frühen Morgen bei Glatteis von einer Landstraße ab und prallte gegen einen Baum.

Stabile Stromversorgung

Dem Flugverkehr bereitete die Kälte hingegen keine größeren Probleme. "Generell sieht es gut aus in diesem Winter", sagte Conrad Thätner, zuständig für Technik und Umwelt beim Flughafenverband ADV, in Berlin. Bei der trockenen Kälte sei auf den 22 internationalen und 17 regionalen Flughäfen ein Enteisen von Bodenflächen und Flugzeugen kaum nötig. Auch die Stromversorgung ist trotz der Rekordkälte in Deutschland gesichert. Die Situation im deutschen Stromnetz sei stabil, berichteten die großen Netzbetreiber.

Allen Warnungen zum Trotz betreten immer wieder Personen die zugefrorene Eisflächen in Deutschland. Erst am Donnerstag brach ein Mann beim Schlittschuhfahren auf dem Zeuthener See in Brandenburg ein. Auch nahe Lübeck brach ein Mann in das Eis eines zugefrorenen Flusses ein. Beide Männer konnten gerettet werden.

Kein Ende der Kälte in Sicht

Auch in den kommenden Tagen bleibt es laut Deutschem Wetterdienst weiterhin sehr kalt. Bis Mitte der kommenden Woche sei kein milderes Wetter in Sicht. Darüber hinaus schickt ein Tief über der Ostsee Schneeschauer ins Norddeutsche Tiefland bis hin nach Hessen und Brandenburg.

Wetterforscher bewerten die aktuellen Temperaturen noch nicht als ungewöhnlich. "Solche kalten Perioden gibt es fast in jedem Winter", sagte Uwe Kirsche, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Temperaturen von unter minus 20 Grad seien in allen zurückliegenden zehn Wintern aufgetreten, selbst im milden Winter 2006/07.

Auch der am Freitag gemessene bisher tiefste Wert dieses Winters - minus 26,4 Grad im sächsischen Deutschneudorf - ist nach den Aufzeichnungen des DWD keine neue Tiefstmarke. Im Winter 2008/09 wurden in Sohland an der Spree 27,5 Grad registriert. Und der DWD-Kälterekord für Deutschland liegt bei minus 37,8 Grad, gemessen am 12. Februar 1929 im bayerischen Hüll.

Quelle: APD

 
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