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Bundesinstitut für Risikobewertung: Keine Gesundheitsgefahr durch Red Bull Cola

zuletzt aktualisiert: 25.05.2009 - 17:01

Frankfurt/Main (RPO). Die in Red Bull Cola gefundenen Kokainspuren gefährden nicht die Gesundheit. Aus vielen Supermarktregalen bleibt die braune Brause vorerst aber dennoch verbannt. Manche Bundesländer bekräftigten das von ihnen verhängte Verkaufsverbot. In anderen hat der Hersteller nach Angaben der Landesbehörden Chargen von sich aus aus dem Verkehr gezogen.

Offenbar gibt es durch die Kokainspuren in der Red Bull Cola keine Gesundheitsgefahr.  Foto: ddp, ddp
Offenbar gibt es durch die Kokainspuren in der Red Bull Cola keine Gesundheitsgefahr. Foto: ddp, ddp

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erklärte am Montag in einer ersten Einschätzung: "Aufgrund des sehr geringen Gehalts an Kokain in diesem Getränk ist keine Gesundheitsgefährdung zu erwarten." Ob die Cola weiter verkauft werden dürfe, müssten aber die jeweiligen Landesbehörden entscheiden, sagte eine BfR-Sprecherin der Nachrichtenagentur AP. In Deutschland gibt es im Gegensatz beispielsweise zum opiumhaltigen Mohn bislang keinen Grenzwert für Kokain. Der Stoff unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz und ist verboten.

In Nordrhein-Westfalen, wo in einem Zufallsfund 0,4 Mikrogramm Kokain in einem Liter Red Bull Cola entdeckt worden waren, bleibt der Verkauf des Getränks verboten. "Unser Rückruf bleibt bis auf weiteres bestehen", sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Verbraucherministeriums.

Nach Auffassung des Landes ist laut dem Betäubungsmittelgesetz bereits die Verwendung von Kokain-Blättern in Lebensmitteln nicht erlaubt, unabhängig davon, ob nachher tatsächlich Kokainspuren in den Lebensmitteln zu finden sind. "An diese Gesetzesauslegung werden wir uns auch erst einmal halten", sagte der Sprecher. Red Bull argumentiert dagegen, die Verwendung entkokainierter Blätter sei erlaubt.

Bayern will vorsichtshalber auch andere Cola-Getränke testen

In Bayern bleibt das Verkaufsverbot für die Red Bull Cola nach Gesprächen mit dem Hersteller zunächst in Kraft. Der Freistaat will eigene Tests mit Proben des Getränks aus dem Handel und der Produktion machen. Man sei hier besonders in der Pflicht, da der Hersteller seinen deutschen Sitz in München habe, sagte ein Sprecherin des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Die Ergebnisse werden in einigen Tagen erwartet.

Es sei jetzt wichtig, herauszufinden, wie die Spuren von Kokain in die Cola gelangt seien, sagte die Sprecherin. Die gefundene Menge von 0,4 Millionstel Gramm pro Liter sei aber jenseits jeglicher Wirksamkeit. Als wirksame Dosis gelte eine Menge von 25 bis 50 Milligramm, also das rund hunderttausendfache. Bayern will als reine Vorsichtsmaßnahme zudem auch andere Cola-Getränke auf Kokainspuren testen.

Nebenwirkungen erst bei 7.000-fach höherer Konzentration

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung müsste das Kokain, das ein natürlicher Inhaltsstoff des für die Herstellung der Cola verwendeten Koka-Blätter ist, in einer mindestens 7.000-fach höherer Konzentration auftreten, um seine unerwünschten Nebenwirkungen auf das zentrale Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System entfalten zu können, wie die Sprecherin erklärte.

In Sachsen und Thüringen haben entweder der Hersteller oder die Großhandelsketten die entsprechende Charge des Getränks von sich aus zurückgezogen. Die zuständige Lebensmittelüberwachung überprüfe dies nun stichprobenartig. In Mecklenburg-Vorpommern sind die Lebensmittelämter beauftragt, die entsprechenden Chargen aus den Regalen zu nehmen. In Hamburg wies das Gesundheitsamt den Handel an, Red Bull nicht mehr anzubieten.

Ebenfalls bereits aus dem Verkehr gezogen wurde das Getränk in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

In Brandenburg wird die fragliche Cola derzeit weiter verkauft. Bisher habe das Landeslabor für Lebensmittelsicherheit keine Hinweise, um das Getränk aus dem Verkehr zu ziehen, sagte ein Sprecher am Montag in Potsdam.

Quelle: AP

 
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