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NS-Kriegesverbrecher Aribert Heim: Keine neue Spur von "Dr. Tod"

zuletzt aktualisiert: 13.08.2009 - 20:10

Stuttgart (RPO). In Ägypten verliert sich bislang die Spur von Aribert Heim, der im Konzentrationslager zahlreiche Häftlinge gefoltert und getötet haben soll. Der mutmaßliche NS-Massenmörder war als "Dr. Tod" bekannt. Angeblich ist Heim 1992 in Kairo gestorben. Doch Beweise fanden deutsche Zielfahnder , die kürzlich in Ägypten ermittelten, nicht.

Aribert Heim wird bis heute gesucht. Dieses  Foto: LKA Baden-Wuerttemberg , AP
Aribert Heim wird bis heute gesucht. Dieses Foto: LKA Baden-Wuerttemberg , AP

Die Polizisten des des baden-württembergischen Landeskriminalamts (LKA) waren zu einem polizeilicher Informationsaustausch im Juli nach Ägypten gereist. Er sollte neue Erkenntnisse bringen, wie das LKA und das Landgericht Baden-Württemberg am Donnerstag gemeinsam erklärten. Von maßgeblichen Fortschritten war in der Mitteilung allerdings keine Rede.

Seit Beginn des Jahres 2009 liegen den Zielfahndern des LKA Informationen vor, wonach der seit 1962 gesuchte mutmaßliche NS-Massenmörder seit 1963 in Ägypten gelebt, dort einen anderen Namen angenommen habe und 1992 in Kairo gestorben sei. In diesem Zusammenhang wurde dem LKA eine Aktentasche mit zahlreichen schriftlichen Unterlagen übergeben, die Heim gehört haben soll.

"Die umfangreichen kriminaltechnischen Untersuchungen dieser Unterlagen aus der Aktentasche lassen den Schluss zu, dass sie tatsächlich von Aribert Heim stammen", erklärten die Ermittler. Nach den übergebenen Unterlagen soll Heim Anfang des Jahres 1963 unter seinem zweiten Vornamen Ferdinand mit einem Touristenvisum nach Ägypten eingereist sein. Diese Papiere seien von den ägyptischen Behörden als authentisch bewertet worden.

Grabstätte nicht gefunden

Ob es sich bei der 1992 unter dem Namen Tarik Hussein Farid beigesetzten Person um Heim gehandelt hat, konnte allerdings nicht geklärt werden, wie die Ermittler weiter mitteilten. Alle Maßnahmen, auf polizeilicher Ebene näheren Aufschluss zur Identität zwischen Heim und dieser Person, insbesondere amtliche Bestätigungen über eine Namensänderung oder eine Konvertierung zum Islam, zu gewinnen, seien bislang ohne Erfolg geblieben. Auch die Grabstätte Farids sei von den ägyptischen Behörden nicht festgestellt worden.

Bereits im Mai 2009 hatte das Landgericht Baden-Baden über das Justizministerium Baden- Württemberg ein förmliches Rechtshilfeersuchen an die zuständigen Behörden in Ägypten auf den Weg gebracht, um amtliche Auskünfte über das Bestehen einer Aufenthaltserlaubnis für Heim oder Farid, über eine amtliche Namensänderung Heims und über sein Ableben zu erlangen. Bis wann mit konkreten Ergebnissen zu rechnen sein werde, sei derzeit noch nicht absehbar.

Wiesenthal-Zentrum fordert forensische Beweise für Tod

Heim war im Konzentrationslager Mauthausen (Österreich) unter anderem als "Dr. Tod" berüchtigt und soll 1941 zahlreiche Häftlinge gefoltert und mit Injektionen ins Herz getötet haben. Nachdem 1962 Anklage gegen ihn erhoben worden war, tauchte er unter. Er war kürzlich die Nummer Eins auf einer Liste der meistgesuchten NS-Kriegsverbrecher des Simon-Wiesenthal-Zentrums. Dieses hatte Zweifel am Tod Heims geäußert und ihn bisher nahe der chilenischen Stadt Puerto Montt oder in Argentinien vermutet.

Das Wiesenthal-Zentrum betonte, dass ohne forensische Beweise für seinen Tod der Fall auf gar keinen Fall abgeschlossen werden könne. Zentrums-Direktor Efraim Zuroff erklärte, dass es bis heute keinen schlüssigen Beweis für Heims angeblichen Tod 1992 in Kairo gebe. "Ohne moderne kriminaltechnische Untersuchungen, die seine Identität zweifelsfrei klären und wissenschaftlich belegen, können wir seinen Tod nicht bestätigen", sagte Zuroff und fügte hinzu "Es gibt kein Grab und keine Leiche."

Quelle: AP/top

 
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