Kölner Stadtarchiv eingestürzt: Keine Spur von zwei Nachbarn
VON PHILIPP STEMPEL - zuletzt aktualisiert: 04.03.2009 - 12:44Köln (RPO). Liegen Menschen unter den Trümmern des Kölner Stadtarchivs? Die Polizei in Köln sucht nach zwei Männern, die im Dachgeschoss des Nachbarhauses lebten. "Wir können nur hoffen, dass diese zwei Personen sich nicht auf dem Grundstück aufgehalten haben", sagt Stadtdirektor Guido Kahlen. Die Feuerwehr hat die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, praktisch aufgegeben.
Die Situation am Unglücksort ist extrem kompliziert. Noch immer kann niemand auf den Trümmerberg steigen, will er nicht sein eigenes Leben aufs Spiel setzen. Über dem zwölf Meter tiefen Krater ragen noch Teile des Daches vom Nachbarhaus. Das, was rund um das ehemalige Stadtarchiv noch steht, ist einsturzgefährdet. Alles muss erst abgerissen werden. Das aber wird nach Einschätzung der Kölner Feuerwehr bis zum Donnerstag Abend dauern.
Dann erst könnte die echte Suche nach Überlebenden beginnen. Und auch das wird dauern. Mit den Händen müssen die Einsatzkräfte die Trümmer abtragen, um möglicherweise unter den Betonteilen liegende Menschen zu gefährden.
Darum glaubt die Kölner Feuerwehr kaum noch an ein Wunder. "Die Wahrscheinlichkeit, dass wir noch einen Menschen lebend aus dem Trümmerberg herausholen, geht gegen null", sagt Feuerwehrdirektor Stephan Neuhoff auf der großen Pressekonferenz auf Nachfragen von Reporten am Mittwoch.
Derzeit werden noch zwei Männer vermisst, sagt die Polizei. Es handelt sich um die Bewohner zweier Dachgeschosswohnungen in dem Nachbargebäude links neben dem Stadtarchiv. Es ist ebenfalls in dem Krater verschwunden. Die Polizei fahndet im Freundes- und Bekanntenkreis der Vermissten. Bisher gibt es keine Spur von ihnen. Über Namen und Alter will die Polizei keine Angaben machen.
Noch in der Nacht hatte die Feuerwehr von bis zu fünf vermissten Menschen gesprochen. Ein Zeuge hatte von einem Kastenwagen berichtet, der vor dem Stadtarchiv gestanden habe. Was mit den Insassen des Fahrzeugs geschehen ist, weiß zum gegenwärtigen Zeitpunkt offenbar niemand.
Feuerwehr und Rettungsdienst waren weiter mit rund 120 Helfern vor Ort. Das Gebiet um die Unglücksstelle blieb weiträumig abgesperrt, in den beiden benachbarten Gymnasien fand kein Unterricht statt. Die Nord-Süd-Fahrt, die Hauptverkehrsader der Stadt, wurde in Teilen wieder freigegeben.
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