Erklärung unterzeichnet: Kirchen erkennen Taufe künftig gegenseitig an
zuletzt aktualisiert: 29.04.2007 - 18:46Magdeburg (RPO). Die wichtigsten Kirchen in Deutschland erkennen künftig gegenseitig die Taufe an. Vertreter von elf Kirchen unterzeichneten am Sonntag im Rahmen eines Gottesdienstes im Magdeburger Dom eine entsprechende Erklärung.
Unter den Kirchenvertretern waren der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann. Auch orthodoxe und altorientalische Kirchen sowie Freikirchen stimmten der Vereinbarung zu.
"Diese wechselseitige Anerkennung der Taufe ist Ausdruck des in Jesus Christus gründenden Bandes der Einheit (Epheser 4,4-6)", heißt es in der Erklärung. "Die so vollzogene Taufe ist einmalig und unwiederholbar."
Seit gut 30 Jahren gibt es nach Angaben der EKD in Deutschland einzelne regionale Vereinbarungen zur wechselseitigen Anerkennung der Taufe, nicht aber auf der Ebene der EKD oder der Deutschen Bischofskonferenz.
Im Mai 2002 sei vom Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Walter Kardinal Kasper, die Initiative ausgegangen, sich in den Bischofskonferenzen mit dem Thema Taufe zu beschäftigen und zwischen den Kirchen entsprechende Vereinbarungen zu unterzeichnen. Dieser Vorschlag aus Rom wurde demnach von der Deutschen Bischofskonferenz aufgenommen und von einer Arbeitsgruppe mit Vertretern verschiedener Kirchen umgesetzt.
"Herausragendes Ereignis"
Der EKD-Ratsvorsitzende Huber würdigte die Bedeutung der Vereinbarung als "herausragendes Ereignis". Alle beteiligten Kirchen leite das Bekenntnis "Jesus Christus ist unser Heil", sagte er laut vorab verbreitetem Redetext. "Das eint uns als christliche Kirchen. Alle Unterschiede, die uns im ökumenischen Miteinander unsere jeweilige Prägung geben, treten dahinter zurück", fügte der Berliner Bischof hinzu.
Das gemeinsame Bekenntnis zu Jesus Christus markiere aber auch den bleibenden Abstand des christlichen Glaubens zu anderen Religionen. "Bei aller Offenheit für das interreligiöse Gespräch, bei aller Neugier auf gemeinsame Zugänge zu der einen Wahrheit lässt sich dies nicht verwischen", sagte Huber.
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