kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

"Gefahr eines Dammbruchs": Kirchen predigen gegen Einführung der PID

zuletzt aktualisiert: 25.12.2010 - 17:48

Berlin (RPO). In der Diskussion um eine Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) haben Vertreter der katholischen Kirche ihre Weihnachtspredigten dazu genutzt, um ihre ablehnende Haltung erneut deutlich zu machen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, warnte vor der "Gefahr eines Dammbruchs". Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck fordert ein gesetzliches Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID). Auch aus der evangelischen Kirche kamen skeptische Stimmen zur PID.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von Freiburg, Robert Zollitsch: "Unsere Gesellschaft würde dadurch nicht glücklicher, aber weniger menschlich." Foto: dapd, dapd
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von Freiburg, Robert Zollitsch: "Unsere Gesellschaft würde dadurch nicht glücklicher, aber weniger menschlich." Foto: dapd, dapd

Mit der PID können Gendefekte und andere schwere Schädigungen eines im Reagenzglas gezeugten Embryos festgestellt werden, ehe dieser in die Gebärmutter eingesetzt wird.

In Deutschland ist die künstliche Befruchtung im Embryonenschutzgesetz geregelt, umfassende Regeln für die PID gibt es aber nicht. Voraussichtlich im kommenden Jahr wird der Bundestag ohne Fraktionszwang darüber entscheiden, ob PID in bestimmten Ausnahmen zugelassen oder komplett verboten wird. Es gibt bei allen Parteien Gegner und Befürworter der Methode.

"Nicht glücklicher, aber weniger menschlich"

Zollitsch erinnerte in seiner Weihnachtspredigt im Freiburger Münster daran, dass das Leben ein Geschenk Gottes sei. "Wir sind nicht Herren über Leben und Tod, auch nicht darüber, wer geboren werden darf und wer nicht", betonte er. Zwar betreffe die Präimplantationsdiagnostik zunächst vielleicht nur wenige Paare.

Gleichwohl bestehe die "Gefahr eines Dammbruchs", wenn sie erst erlaubt sei. Wenn man durch die PID die Möglichkeiten dazu schaffe, Embryonen mit möglichen Behinderungen oder Anlagen zu möglichen Krankheiten "durch Selektion auszuscheiden und zu töten, dann wird dies auch geschehen".

Zollitsch warnte zudem vor einem vielleicht auch nur unterschwelligen Druck, Menschen mit Behinderungen oder Eigenheiten nicht mehr zu akzeptieren. "Unsere Gesellschaft würde dadurch nicht glücklicher, aber weniger menschlich", sagte Zollitsch.

Overbeck hob in seiner Predigt hervor, bei der PID übernehme niemand die notwendige Schutzfunktion für das werdende Leben. "Über das Leben darf und kann niemand entscheiden. Das Leben ist Geschenk, es kommt von Gott; wir Menschen werden damit beschenkt", sagte Overbeck.

"Nachhaltige menschliche Kultur"

Der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, regte eine Debatte über eine "neue Fortschrittsidee" für eine "nachhaltige menschliche Kultur" an. Er forderte die Gläubigen in seiner Predigt am Heiligabend im Münchner Liebfrauendom dazu auf, sich "mit dem gleichen Engagement gegen Krieg und Zerstörung der Schöpfung einzusetzen wie gegen die Einteilung wertes und unwertes Leben".

Der Passauer Bischof Wilhelm Schraml forderte, die Würde des Menschen in den Blick zu nehmen. Schraml sagte in seiner Predigt am ersten Feiertag, Gott komme auch dorthin, "wo Kinder heute im Reagenzglas gezeugt und bei diagnostizierten Erbschäden getötet werden".

Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen sprach sich zudem erneut gegen embryonale Stammzellforschung aus. Sie sei genauso "moralisch verwerflich" wie die Präimplantationsdiagnostik, sagte Algermissen in seiner Weihnachtspredigt im Fuldaer Dom und ergänzte: "Wenn das Gebot, Kranke zu heilen, mit dem Gebot, Unschuldige zu töten, kollidiert, hat immer das Tötungsverbot Vorrang." Keine noch so "fantastische Therapie" rechtfertige, einen Menschen im vorgeburtlichen Zustand zu töten.

Der evangelische Landesbischof in Bayern, Johannes Friedrich, sagte, die PID-Zulassung sei "für Christen nicht zu akzeptieren". Mit der PID würde von Rechts wegen ein Instrument geschaffen, "das erklärtermaßen das Ziel der Selektion" verfolge. Er sei der "tiefen Überzeugung", dass die PID die Grenze des ethisch Verantwortbaren überschreite, auch wenn er die Sorgen und Ängste von Eltern verstehe, die fürchten, ein krankes oder behindertes Kind zu bekommen.

Quelle: apd/csr

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Die Bundesanwaltschaft hat zwei weitere mutmaßliche Unterstützer der terroristischen Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) ... mehr 

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

Drei Wochen nach Schüssen auf Ex-Freundin

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

Knapp drei Wochen nach lebensgefährlichen Schüssen auf eine 24-Jährige im niedersächsischen ... mehr 

mehr Panorama
Aus der Region

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Drei Wochen nach Schüssen auf Ex-Freundin

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

Energiewende macht Elektrizität teuer

200.000 Hartz-IV-Empfänger ohne Strom

Tragischer Unfall am Bahnhof

Reisende von Wasserschlauch erschlagen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Mehr Panorama Deutschland

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Die Bundesanwaltschaft hat zwei weitere mutmaßliche Unterstützer der terroristischen Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) freigelassen. Die Haftbefehle gegen Carsten S. und Matthias D. seien aufgehoben worden. mehr

 

Drei Wochen nach Schüssen auf Ex-Freundin

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

 

Energiewende macht Elektrizität teuer

200.000 Hartz-IV-Empfänger ohne Strom

 

Tragischer Unfall am Bahnhof

Reisende von Wasserschlauch erschlagen

 

"Auszehrung und Flüssigkeitsmangel"

Kleinkind stirbt an Verwahrlosung

 

Gewaltverbrechen in Bottrop

Bandidos-Rocker in Waldstück erschossen

Top-Services
 
Mehr Panorama
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Bei einem heftigen Erdbeben in Norditalien sind .. mehr 
 
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Bei einem heftigen Erdbeben in Norditalien sind ..
mehr 
Süßes Elefantenmädchen spielt Fußball wie ein Profi
Süßes Elefantenmädchen spielt Fußball wie ein Profi
Wer braucht schon Robben, Beckham, Ballack und ..
mehr 
Bilder des Tages
Bilder des Tages
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Hier ..
mehr 
Groß-Razzia gegen Hells Angels in Norddeutschland
Groß-Razzia gegen Hells Angels in Norddeutschland
Mit einem Großaufgebot sind Staatsanwaltschaft ..
mehr 
Gasexplosion zerstört Haus in Bremerhaven
Gasexplosion zerstört Haus in Bremerhaven
Bei einer Gasexplosion in Bremerhaven ist ein ..
mehr 
Red Bull Flugtag: Tollkühne Piloten in fliegenden Kisten
Red Bull Flugtag: Tollkühne Piloten in fliegenden Kisten
Hobby-Piloten werfen sich am Pfingstmontag mit ..
mehr 
Deutsches Mädchen in Bosnien als Sklavin gehalten
Deutsches Mädchen in Bosnien als Sklavin gehalten
In Bosnien ist ein deutsches Mädchen acht Jahre ..
mehr 
Die schönsten Balkone unserer Leser
Die schönsten Balkone unserer Leser
Wir hatten unsere Leser gebeten, uns Bilder ..
mehr