Ex-RAF-Terrorist: Klar will sich nicht öffentlich zeigen
zuletzt aktualisiert: 27.12.2008 - 13:14Hamburg (RPO). Der frühere RAF-Terrorist Christian Klar will nach seiner Haftentlassung die Öffentlichkeit meiden. Falls Medien aktuelle Fotos des nach über 26 Jahren aus dem Gefängnis entlassenen Ex-Terroristen publizieren sollten, werde Klars Hamburger Presseanwalt sofort dagegen vorgehen.
Laut dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" beanspruche Klar, dass seine Resozialisierung Vorrang habe.
Der 56-jährige habe vom Oberlandesgericht Stuttgart zur Auflage bekommen, seinen künftigen festen Wohnsitz und eine mögliche Arbeitsstelle mitzuteilen. Er müsse Kontakt zu einem Bewährungshelfer halten, könne aber ansonsten frei reisen, auch ins Ausland. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis Bruchsal hielt sich Klar dem Bericht zufolge zunächst in seiner Heimat Baden-Württemberg auf, will sich aber nach Angaben von Freunden in Berlin niederlassen. In der Hauptstadt leben bereits mehr als zehn ehemalige Mitglieder der RAF.
Klar war 1985 wegen neunfachen Mordes und elffachen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er war an drei Attentaten beteiligt, die die Bundesrepublik im "Deutschen Herbst" 1977 erschütterten. Er wurde jeweils als Mittäter beim Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seinen zwei Begleitern, am Bankier Jürgen Ponto und am Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer sowie dessen vier Begleitern verurteilt.
Das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart hatte am 24. November entschieden, die lebenslange Freiheitsstrafe Klars zum 3. Januar 2009 zur Bewährung auszusetzen. Klar hätte dann exakt 26 Jahre lang in Haft gesessen. Er wurde am 19. Dezember 2008 aus der Haft entlassen.
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