Rentner vor Gericht: Klopapier mit Koran-Aufdruck hergestellt
zuletzt aktualisiert: 22.02.2006 - 13:47Lüdinghausen (rpo). Ein Frührenter aus dem Münsterland muss sich am Donnerstag vor dem Amtsgericht Lüdinghausen verantworten, weil er Toilettenpapier mit dem Aufdruck "Koran" herstellte und verschickte. Von dem Erlös aus dem Verkauf wollte der Frührenter angeblich ein Mahnmal für die "Opfer des Islamismus" errichten.
Wie die Staatsanwaltschaft Münster mitteilt, ist der aus dem Münsterland stammende Mann wegen Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen angeklagt. Dem Mann droht eine Geldstrafe.
Der Angeklagte soll das Toilettenpapier mit dem Koran-Aufdruck an islamische Gemeinden und mehrere Fernsehsender verschickt haben. Zudem warb er im Internet für den Verkauf des Hygieneartikels. Mit dem Erlös aus dem Verkauf wollte der Mann nach eigenen Angaben die Errichtung eines Mahnmals für die Opfer des Islamismus finanzieren.
Die Staatsanwaltschaft sah in der Internetseite einen Straftatbestand und ließ die Wohnung des Mannes im Juli vergangenen Jahres durchsuchen. Dabei stellten die Ermittler unter anderem geringe Mengen an besagtem Toilettenpapier und einen Computer sicher.
In einer ersten Einlassung hatte der Mann bei der Polizei angegeben, er habe lediglich eine Diskussion über die Opfer von islamischen Gewalttaten anstoßen wollen. Die tatsächliche Errichtung eines Mahnmals und der Verkauf von Toilettenpapier seien hingegen nicht beabsichtigt gewesen.
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