Holocaust-Debatte: Knobloch und Zollitsch wollen reden
zuletzt aktualisiert: 06.02.2009 - 18:02Berlin (RPO). In die angespannte Beziehung zwischen Juden und Katholiken kommt Bewegung: Der Zentralrat der Juden hat die Einladung zu einem persönlichen Gespräch mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, angenommen. Unterdessen plant Ppast Benedikt XVI einen Besuch in Deutschland im Jahr 2010.
Das persönliche Treffen von Zollitsch mit der Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch solle "in nicht zu ferner Zukunft" stattfinden, erklärte Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden, am Freitag in Berlin. Vor dem Hintergrund der Debatte über die Wiederaufnahme des Holocaust-Leugners Richard Williamson in die katholische Kirche hatte Knobloch in der vergangenen Woche den Dialog mit der Kirche abgebrochen.
Trotz der "Diskussion der vergangenen Tage" seien sich beide Seiten über Gemeinsamkeiten und ihre Verbundenheit einig, erklärte Kramer mit Blick auf die Debatte. Es bestünden Differenzen des Zentralrats der Juden mit dem Vatikan, nicht jedoch mit der Bischofskonferenz. An dem Treffen sollen neben Kramer auch die Vizepräsidenten des Zentralrats, Salomon Korn und Dieter Graumann teilnehmen.
Papst 2010 zu Besuch in Deutschland
Papst Benedikt XVI plant nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz einen dritten Besuch in Deutschland. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, sagte in der Sendung "Berlin Direkt" laut einer Mitteilung des ZDF: "Ich gehe davon aus, dass es im nächsten Jahr einen Besuch des heiligen Vaters in Deutschland geben wird, einen offiziellen Staatsbesuch in Berlin, und ich hoffe auch bei uns in Freiburg."
Weiter erklärte Zollitsch, er denke, "dass bis dorthin auch vieles wieder so ruhig geworden ist, dass wir ihn wirklich mit Freude und Begeisterung empfangen können." Anlass für den Besuch seien die Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit. Neben dem offiziellen Staatsbesuch in Berlin rechnet Zollitsch laut der Mitteilung außerdem mit Stationen in Freiburg und Thüringen, wo man schon seit längerem auf einen Besuch Benedikts hoffe. Im Gespräch seien die Orte Erfurt, die Wartburg in Eisenach sowie das katholische Eichsfeld.
Es wäre der dritte Besuch des deutschen Papstes in seinem Heimatland, jedoch der erste offizielle Staatsbesuch mit Gesprächen in Berlin. 2005 nahm Benedikt XVI. am Weltjugendtag in Köln teil, im September 2006 bereiste der Papst ausschließlich Orte in seiner bayerischen Heimat.
Laut ZDF gab es aus dem Vatikan bislang keine offizielle Reaktion auf die Einladung, die Bundespräsident Horst Köhler bereits im Jahr 2006 ausgesprochen hatte. Sie werde wohlwollend geprüft, heißt es. Ursprünglich hieß es, der Papst wolle bereits im 20. Jahr des Mauerfalls nach Deutschland kommen. Priorität hätten nach Angaben Zollitschs jedoch 2009 zunächst Reisen nach Israel und Afrika.
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