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Mord in Koblenz
Fall um enthaupteten Obdachlosen gibt Polizei Rätsel auf

Koblenz: Polizei hat keine heiße Spur im Fall von enthauptetem Obdachlosen
Mit einem Absperrband ist auf dem Hauptfriedhof von Koblenz die Stelle gekennzeichnet, wo die enthauptete Leiche eines Obdachlosen gefunden wurde. FOTO: dpa, rho
Koblenz. Nach einer Großfahndung und der Befragung von über 100 Zeugen tappen Polizei und Staatsanwaltschaft im Fall eines enthaupteten Obdachlosen in Koblenz weiter im Dunkeln. "Es gibt keine heiße Spur", sagte ein Polizeisprecher.

Der 59 Jahre alte Obdachlose war vergangenen Freitag tot am Koblenzer Hauptfriedhof gefunden worden. Erst am Mittwoch teilte die Polizei mit, dass der seit mehreren Jahren regelmäßig auf dem Friedhof übernachtende Mann von seinem Mörder enthauptet worden war.

Einzelheiten wollten die Ermittler nicht mitteilen, um kein Täterwissen in die Öffentlichkeit zu bringen. Die Tat sei aber "außergewöhnlich brutal" und menschenverachtend verübt worden, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Wie der Leiter der 35-köpfigen Sonderkommission, Thomas Lauxen, sagte, war der Getötete in Köln aufgewachsen und lebte seit 1979 in Koblenz. Er habe dort bis Mitte der 90er Jahre als Kunsthändler ein Geschäft betrieben. Nach der Schließung des Geschäfts sei er überwiegend obdachlos gewesen.

Kriminaldirektor Jürgen Süs vor der Projektion eines Flugblattes, das bei der Aufklärung des Mordes helfen soll. FOTO: dpa, rho

Der Mann sei "sehr gepflegt" gewesen, habe keinen Alkohol und keine Drogen genommen und sehr darauf geachtet, nicht als wohnungslos wahrgenommen zu werden. Bekannte hätten ihn als zurückhaltend beschrieben. Der Getötete habe auch einen Führerschein besessen und sich regelmäßig Fahrzeuge gemietet, mit diesen habe er etwa bei Musikfestivals von ihm gesammelte Pfandflaschen transportiert.

Die Staatsanwaltschaft setzte 10.000 Euro Belohnung aus für Hinweise, die zur Aufklärung des Mordes führen. Am Osterwochenende werde voraussichtlich eine Flugblattaktion in Koblenz stattfinden, um weitere Hinweise zu erhalten. Es werde nach Hinweisen zu seinen Kontakten, zu möglichen Streitigkeiten und auffälligen Beobachtungen im Umfeld des Friedhofs gesucht.

(gaa/AFP)