Pensionszahlungen: Koks-Video für Schill ohne Folgen
zuletzt aktualisiert: 10.03.2008 - 12:05Hamburg (RPO). Ronald Schill bekommt weiterhin seine Pensionsbezüge. Trotz des belastenden Videos, das ihn beim Kokainschnupfen zeigt, sehe er keine Möglichkeit, dem früheren Hamburger Amtsrichter die Bezüge zu kürzen, sagte ein Sprecher der Behörden einer Zeitung.
Entsprechend zitierte die "Bild"-Zeitung am Montag den Leiter des Hamburger Personalamtes, Volker Bonorden. Im Internet kursiert seit vergangener Woche ein Video, das den Ex-Politiker beim Schnupfen eines weißen Pulvers zeigt.
Schill hatte sich in seiner Amtszeit als Hamburger Innensenator von 2001 bis 2003 als harter Kämpfer gegen den Drogenhandel profilieren wollen. Schon damals hatte es Behauptungen gegeben, Schill selbst sei Kokain-Konsument, was Schill immer zurückwies. Laut "Bild"-Zeitung räumt Schill auf dem Video ein, ein Drogentest zur Erhärtung seiner Angaben sei gefälscht worden.
Schill war 2001 nach einem Sensationserfolg von fast 20 Prozent der Wählerstimmen Innensenator in einer Koalition aus CDU, Schill-Partei und FDP geworden. Im Jahr 2003 warf von Beust Schill nach einem Erpressungsversuch aus dem Senat.
Der frühere Amtsrichter zog sich nach seiner Wahlniederlage 2004 aus Hamburg zurück und verbrachte viel Zeit in Brasilien. Schill war vor seiner Polit-Karriere Amtsrichter und wurde wegen harter Urteile als "Richter Gnadenlos" bekannt.
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