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Eltern konnten Rechnung nicht bezahlen: Krankenhaus behält Baby als Pfand

zuletzt aktualisiert: 26.01.2007 - 12:34

Jakarta (RPO). Weil die Eltern die Rechnung für die Geburt nicht bezahlen konnten, hat ein Krankenhaus in Indonesien ein neugeborenes Baby als Pfand behalten. Die Klinik verlangte 300 Euro von den Eltern - für den Vater des Kindes entspricht das fast einen Jahresgehalt. Erst als die Bewohner des Heimatdorfs der Familie zusammenlegten, bekam die Eltern das Geld zusammen.

Die Klinikleitung habe dann nach einer ausdrücklichen Verwarnung der Entlassung der kleinen Alfiah zugestimmt, teilte der Generalsekretär der Kinderschutz-Kommission, Arist Merdeka Sirait, am Freitag in Jakarta mit. Auf das ausstehende Geld habe sich verzichtet.

Alfiah war am 21. Dezember im Krankenhaus von Bojong Nangka nahe der indonesischen Hauptstadt zur Welt gekommen. Knapp zwei Wochen später konnte ihre Mutter die Klinik verlassen - allerdings ohne ihren Säugling: Die Verwaltung behielt das Baby, weil die Familie nur einen Teil der Rechnung in Höhe von umgerechnet rund 300 Euro zahlen konnte.

Vater Sutrisno, der als Fahrer eines Fahrradtaxis pro Tag umgerechnet nur rund einen Euro verdient, versuchte verzweifelt, die ausstehende Summe aufzutreiben. Mit Hilfe seines Heimatdorfs brachte er schließlich nach drei Wochen die Summe zusammen - doch als er mit dem Geld in die Klinik zurückkehrte, war die Rechnung wegen des langen Aufenthalts des Säuglings um weitere 50 Euro angestiegen.

Die Klinikleitung habe dann nach einer ausdrücklichen Verwarnung der Entlassung der kleinen Alfiah zugestimmt, teilte der Generalsekretär der Kinderschutz-Kommission, Arist Merdeka Sirait, am Freitag in Jakarta mit. Auf das ausstehende Geld habe sie verzichtet.

Nach Angaben Siraits ist das Schicksal der kleinen Alfiah kein Einzelfall. So habe die Polizei im vergangenen Jahr aufgedeckt, dass eine Geburtsklinik regelmäßig Kinder als "Geiseln" wegen unbezahlter Rechnungen behielten. Allein dort seien mehr als 200 Babys verkauft worden.

Sirait wies auf ein staatliches Programm hin, dass armen Eltern die Geburtskosten erstattet. Dieses sei allerdings wenig bekannt, räumte er ein. Der Bericht über Alfiahs Schicksal hatte auch in anderen Ländern die Gemüter erregt. Aus Kanada und Deutschland meldeten sich Spender und boten ihre Hilfe an.

Quelle: afp

 
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