Nacht zum 1. Mai: Krawalle in Berlin
zuletzt aktualisiert: 01.05.2009 - 08:23Berlin (RPO). Erneut haben Krawalle die Walpurgisnachtfeiern in Berlin überschattet. Randalierer bewarfen die Polizei in der Nacht zu Freitag mehrere Stunden lang mit Flaschen und Steinen, zündeten Mülltonnen an und brannten Feuerwerkskörper ab. Bei den Ausschreitungen wurden nach Polizeiangaben 29 Beamte zumeist leicht verletzt. Dutzende Randalierer wurden vorläufig festgenommen.
Auch für den Tag der Arbeit wurde während und nach den Demonstrationen in der Hauptstadt mit Ausschreitungen gerechnet. Am Vormittag wollte die NPD eine Kundgebung abhalten, zu der sich bereits zahlreiche Gegendemonstranten angesagt haben. Zündstoff bot auch die "Mayday-Parade" am Nachmittag, weil die geplante Route durch die Friedrichstraße im Bezirk Mitte vom Gericht verboten wurde. Am Abend sollte dann in Kreuzberg die traditionelle "Revolutionäre 1. Mai"-Demonstration starten, deren Veranstalter sich ausdrücklich nicht von Gewalt distanziert haben.
Die genaue Zahl der Festgenommenen nach den Walpurgisnachtfeiern konnte der Sprecher noch nicht beziffern. Bei den Ausschreitungen während der Spontandemonstration wurde unter anderem eine Straßenbahnhaltestelle zerstört. Zahlreiche vorbeifahrende Autos wurden mit Flaschen und Steinen beworfen. Trotzdem sprach der Polizeisprecher von einer "im Vergleich zu früheren Jahren weitgehend friedlichen Nacht mit kleineren Zwischenfällen".
Im Einsatz waren den Angaben zufolge in der Nacht zu Freitag 2.000 Beamte. Insgesamt sollten bei den Feiern zur Walpurgisnacht und dem 1. Mai mehr als 5.000 Polizisten aus dem ganzen Bundesgebiet Dienst leisten.
Polizeigewerkschaften warnten vor Eskalation
An den großen Walpurgisnachtfeiern in Berlin nahmen nach Schätzung der Polizei knapp 6.000 Menschen teil. Im Gegensatz zur Veranstaltung in Friedrichshain verliefen die Feiern im Mauerpark im Stadtteil Prenzlauer Berg und im Kreuzberger Victoriapark nach Polizeiangaben friedlich.
Seit 1987 kommt es in der Hauptstadt rund um die Feierlichkeiten zum 1. Mai regelmäßig zu Gewaltausbrüchen. Wegen der Wirtschaftskrise hatten die Polizeigewerkschaften und diverse Politiker diesmal vor einer besonderen Gewalteskalation und einem "Polizei-Notstand" gewarnt.
Die Anhänger der militanten linken Szene in Berlin haben die Polizei bereits seit Wochen in Atem gehalten. In sogenannten Blitzaktionen errichteten sie Straßenbarrikaden und warfen Brandsätze auf Baustellen von Luxusappartements. Nahezu jede Nacht brannten Autos.
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