Birthler-Behörde: Kurras entging 2003 Enttarnung als IM
zuletzt aktualisiert: 28.05.2009 - 06:37Berlin (RPO). Der West-Berliner Polizist Karl-Heinz Kurras ist im Jahr 2003 knapp der Enttarnung als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) entgangen. Kurras erschoss 1967 den Studenten Benno Ohnesorg und soll nach jüngst bekannt gewordenen Dokumenten für die Stasi gearbeitet haben.
Eine externe Forscherin beantragte seinerzeit die 180 Bände umfassenden Unterlagen zum "Objektvorgang Polizei von West-Berlin", wie ein Sprecher der Birthler-Behörde am Mittwochabend in Berlin mitteilte.
Bei der Bearbeitung der Anfrage stieß der zuständige Sachbearbeiter demnach auf einen Bericht, den ein Geheimer Mitarbeiter (GM) - die frühere Bezeichnung für einen IM - mit dem Decknamen "Otto Bohl" verfasst hatte.
Im März 2003 beantragte der Mitarbeiter der Behörde den Angaben zufolge Nachforschungen im Archiv zu möglichen weiteren Berichten. Bei diesen Recherchen fanden sich weitere Unterlagen zu "Otto Bohl" mit einem Umfang von 5000 bis 6000 Blättern.
Im Herbst 2003 wurden die Unterlagen laut dem Behördensprecher vom Archiv an den Sachbearbeiter gesandt. Die Antragstellerin beendete jedoch den Angaben zufolge die Bearbeitung des Forschungsprojektes, ohne die Unterlagen eingesehen zu haben.
Daher seien die Akten Anfang 2004 ungelesen und unbearbeitet wieder ins Archiv zurückgegangen, erklärte der Sprecher.
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