Todesschütze und Stasi-Spion: Kurras richtete größeren Schaden an als gedacht
zuletzt aktualisiert: 06.06.2009 - 13:31Hamburg (RPO). Der West-Berliner Polizist Karl-Heinz Kurras hat der DDR offenbar umfassend über festgenommene Stasi-Agenten und Überläufer berichtet. Einem Medienbericht zufolge lieferte Kurras von 1955 bis 1967 der Stasi hunderte Berichte, darunter 24 Informationen über festgenommene Spione der Stasi.
Zudem habe Kurras , der den Studenten Benno Ohnesorg erschossen hatte, seinen Führungsoffizieren Details über mindestens fünf desertierte MfS-Angehörige berichtet, meldet der "Spiegel".
Über die wegen der Tötung Benno Ohnesorgs gegen Kurras eingeleiteten Ermittlungen wusste die Stasi offenbar genau Bescheid. Die Stasi verfügte über eine Kopie der Anklageschrift, wie die "Berliner Zeitung" und das Münchner Magazin "Focus" berichteten.
Laut einem Stasi-Vermerk verfügte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) darüber hinaus noch über weitere Prozessunterlagen aus dem Kurras-Verfahren, hieß es in der "Berliner Zeitung".
Kurras hatte Ohnesorg am 2. Juni 1967 am Rande einer Demonstration gegen den persischen Schah erschossen. Erst vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass er zu jener Zeit SED-Mitglied war und für die Stasi als Inoffizieller Mitarbeiter tätig war. In zwei Prozessen wegen seines Todesschusses auf Ohnesorg war der Polizist 1967 und 1970 freigesprochen worden.
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