| 08.03 Uhr

Laser-Angriffe auf Flugzeuge
Piloten bundesweit 65 Mal von Laserpointern geblendet

Laserattacken auf Flugzeuge: Piloten bundesweit 65 Mal von Laserpointern geblendet
Lichtstrahl aus einem Laserpointer (Symbolfoto). FOTO: dpa
Braunschweig. Was für die einen ein merkwürdiger Spaß sein mag, kann für die anderen lebensgefährlich enden: Immer wieder werden Piloten mit Laserpointern geblendet. Die Gewerkschaft fordert Konsequenzen.

Bundesweit sind in den ersten sieben Monaten des Jahres 65 Fälle bekannt geworden, in denen Piloten von Laserpointern geblendet wurden. Das teilte Cornelia Cramer, Sprecherin des Luftfahrt-Bundesamtes in Braunschweig, der Deutschen Presse-Agentur mit. Wie viele Fälle es 2016 zum vergleichbaren Zeitpunkt gegeben hatte, konnte die Behörde nicht sagen. Insgesamt waren es im vergangenen Jahr 141 Laser-Attacken gewesen, 36 davon auf Hubschrauber.

Die meisten Angriffe wurden in den ersten sieben Monaten dieses Jahres rund um den Flughafen Berlin-Tegel (zehn Fälle) gemeldet, gefolgt von Frankfurt am Main (neun) und Hamburg (sieben). Attacken gab es aber auch in NRW: Erst im August wurden die Piloten von drei Flugzeugen bei ihrem Landeanflug auf den Düsseldorfer Flughafen mit einem Laserpointer geblendet

Das Luftfahrt-Bundesamt geht davon aus, dass es bis Jahresende deutlich mehr Fälle sein werden. Das lasse die Erfahrung aus den vergangenen Jahren vermuten. "Wenn die Tage kürzer werden, steigt die Zahl der Laserpointer-Angriffe in der Regel", sagte Cramer. Nach ihren Angaben wurden zusätzlich zu den 65 Fällen im deutschen Luftraum 31 Laserpointer-Attacken auf deutsche Maschinen im Ausland gemeldet – was insgesamt 96 Fälle bedeutet, in denen Piloten geblendet wurden.

Piloten sind "wahnsinnig genervt" 

Markus Wahl, Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, sagte auf Anfrage, 96 Fälle seien "96 zu viel". In jedem Fall könnten Menschenleben gefährdet werden. Die Forderungen, die die Gewerkschaft vor zwei Jahren an die Politik gerichtet habe, seien nicht ansatzweise erfüllt worden. Viele Piloten seien "wahnsinnig genervt" von den Angriffen – vor allem, weil sich deren Zahl nach Meinung der Gewerkschaft ohne großen Aufwand reduzieren ließe. Kernforderung der Vereinigung Cockpit ist demnach, dass leistungsstarke Laserpointer mit mehr als 500 Milliwatt unter das Waffengesetz gestellt werden. "Deren Besitz muss strafbar sein", sagte Wahl weiter.

Deutsche Luftfahrtunternehmen sind nach Angaben des Luftfahrt-Bundesamtes seit acht Jahren verpflichtet, Laserattacken auf Flugzeuge und Hubschrauber an die Behörde zu melden. Das gilt auch für die Fälle, in denen deutsche Flugzeuge und Hubschrauber im ausländischen Luftraum von Laserpointern geblendet werden. Entsprechende Fälle hatte es im vergangenen Jahr 77 mal gegeben. Ausländische Luftfahrtunternehmen, die im deutschen Luftraum fliegen, müssen die Attacken dagegen nicht melden.

Wer Piloten mit einem Laserpointer blendet, macht sich in Deutschland strafbar. In Paragraf 315 des Strafgesetzbuches ist geregelt, dass "gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr" mit Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden können.

(wer/dpa)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Laserattacken auf Flugzeuge: Piloten bundesweit 65 Mal von Laserpointern geblendet


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.