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Mädchen war damals 14 Jahre alt
Lehrer gesteht Sex mit Schülerin
Hamburg. Monatelang hat ein Hamburger Lehrer ein sexuelles Verhältnis mit einer 14 Jahre alten Schülerin. Die Affäre wurde nur durch Zufall in Facebook entdeckt. Er hätte sich früher Hilfe holen müssen, sagt der 46-jährige Familienvater jetzt vor Gericht.

Mit ein paar Kritzeleien auf dem Gehweg vor der Schule soll alles angefangen haben: "Ich liebe Sie", soll das Mädchen dort für den Lehrer hinterlassen haben. Es endete mit einer Anklage gegen den Pädagogen. Der Lehrer hat am Donnerstag vor dem Hamburger Landgericht gestanden, über Monate eine sexuelle Beziehung zu der 14 Jahre alten Schülerin gehabt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen in neun Fällen und sexuellen Missbrauch von Jugendlichen in drei Fällen vor.

Es war nicht das erste Mal, dass sich eine Schülerin in ihn verliebt habe, schilderte der 46 Jahre alte Familienvater vor Gericht. Während seiner Aussage sprach der schlanke Mann selbstbewusst. Normalerweise ignoriere er die Schwärmereien.

Treffen in der Pause

Fast in jeder Pause habe seine Schülerin vor dem Lehrerzimmer auf ihn gewartet oder ihn in der Pausenhalle abgepasst. Als sie ihm eine Facebook-Einladung schickte, kamen sie sich auch außerhalb der Schule näher. Bis zu drei Stunden am Tag hätten sie miteinander gechattet, schilderte der Angeklagte. Im Dezember 2010 habe er eine Kino-Einladung von ihr noch ausgeschlagen. Nach einigen Wochen ließ er sich doch auf ein Treffen ein. Bei einem Spaziergang hätten sie sich dann zum ersten Mal geküsst. "Da ging es los", sagte der Familienvater am Donnerstag vor Gericht.

Aufgeflogen war die Affäre, weil sich die Schwester des Opfers zufällig in den Facebook-Account der 15-Jährigen einloggte und die Nachrichten las. Gemeinsam mit der Mutter wandte sie sich an die Schule und schaltete die Polizei ein. Der 46-Jährige wurde suspendiert - das zu dem Zeitpunkt 15-jährige Mädchen traf er laut Anklage aber trotzdem weiter.

Vor Gericht zeigte sich der Lehrer reumütig: Er hätte sich Hilfe holen müssen, sagte er. "Hinterher ist man immer schlauer", kommentierte das der Vorsitzende Richter. Die Plädoyers werden am kommenden Mittwoch erwartet, das Urteil soll am 13. April fallen.

Weiterer Fall in Trier

Auch in Trier sorgt ein ähnlicher Fall für Schlagzeilen: Nachdem ein Lehrer aus Rheinland-Pfalz mehrfach Sex mit einer Schülerin hatte, soll er nach dem Willen der Schulaufsicht endgültig nicht mehr unterrichten. Sein Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt: 2007 hatte er ein Verhältnis mit einer damals 14 Jahre alten Schülerin. Dafür wurde der heute 37-Jährige zunächst zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Die Entscheidung wurde später jedoch vom Oberlandesgericht Koblenz aufgehoben und der Mann freigesprochen.

Nun reichte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier Klage gegen den Mann auf Entlassung aus dem Dienst beim Verwaltungsgericht Trier ein, wie eine ADD-Sprecherin am Donnerstag sagte. Sie bestätigte damit einen Bericht der "Rhein-Zeitung".

Quelle: dpa
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