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Aus Science-Fiction wird Realität
Start-up entwickelt Lieferroboter

Lieferroboter: Aus Science-Fiction wird Realität
Der Lieferroboter soll schon bald die ersten Testfahrten beginnen. FOTO: dpa, lof
Berlin . Was sich wie Science-Fiction anhört, soll jetzt Realität werden: Roboter sollen Bestellungen ausliefern und wie selbstverständlich auf den Gehwegen Deutschlands unterwegs sein. Der Lieferroboter-Entwickler Starship beginnt mit Tests in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien. Von Vanessa Birkhahn

Neben dem Paketdienst Hermes, sind der Handelskonzern Metro sowie die Lieferdienste Just Eat und Pronto die ersten Kuden des Start-ups. Starship-Roboter, die äußerlich an einen großen Mars-Rover erinnern, ermöglichen den Transport von bis zu 15 Kilogramm auf eine Entfernung von fünf Kilometern. In Zukunft sollen sie vollautomatisch auf den Gehwegen unterwegs sein. Das Gerät erfasst seine Umgebung dafür mit neun Kameras. Bei bisherigen Tests in anderen Ländern wurden die Roboter meist noch von Menschen gesteuert, später soll ein Mitarbeiter über das Internet bis zu 100 der Fahrzeuge überwachen und notfalls über das Internet eingreifen können. Starship peilt Kosten von rund einem Dollar pro Zustellung an.

Hermes will den Einsatz von Robotern als Boten testen. "Wir haben jetzt Genehmigungen beantragt, um das in ein oder zwei deutschen Städten zu testen", sagte der Aufsichtsratschef des Otto-Konzerns, Michael Otto, der "Wirtschaftswoche" laut Vorabbericht vom Mittwoch. Hermes ist ein Tochterunternehmen von Otto. Die Roboter sollen Otto zufolge "selbstständig auf dem Bürgersteig fahren und Pakete liefern können".

Auch in London sollen bald die ersten Lieferroboter unterwegs sein. FOTO: dpa, ase htf

Tests sollen in Düsseldorf stattfinden

Die Tests erfolgen laut "Wirtschaftswoche" mit dem Unternehmen Starship Technologies, das von zwei ehemaligen Gründern des Videotelefoniediensts Skype gegründet wurde. Auch die Metro AG wolle die Lieferroboter im Alltag testen. Die ersten Probelieferungen sollen dem Bericht zufolge noch in diesem Jahr in Düsseldorf und einer weiteren deutschen Stadt stattfinden.

In den Tests sollen Erfahrungen mit dem täglichen Betrieb und echten Lieferungen gesammelt werden, kündigte Starship-ChDeef Ahti Heinla an. Dutzende der Robotern würden für Testlieferungen in fünf bis sechs Städten eingesetzt. Das Testfahrten werden voraussichtlich in London, Bern, Düsseldorf und in einer anderen deutschen Stadt beginnen. Im Anschluss sollen weitere europäische Städte folgen.

Ein ähnliches Programm werde in Kürze auch für die USA angekündigt.In Deutschland sind für Tests solcher Roboter auf der Straße Ausnahmegenehmigungen erforderlich. Auch andere Anbieter arbeiten an solchen Lösungen: So testete die Pizza-Kette Domino's einen eigenen Liefer-Roboter in Australien.

Anders als Amazon oder die Deutsche Post DHL sieht der Otto-Konzern keine Zukunft für Drohnen als Paketzusteller. "Diese Flieger werden niemals Millionen von Paketen durch die Städte transportieren", sagte Otto der "Wirtschaftswoche". "Das klingt zwar alles sehr schön visionär, aber allein das Absturzrisiko ist viel zu hoch."

 

(dpa/RP)
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