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Mafia-Morde in Duisburg: Ließ die eigene Familie die Italiener töten?

zuletzt aktualisiert: 23.08.2007 - 11:08

Duisburg (RPO). Eine Woche nach dem Mord an sechs Italienern in Duisburg gibt es offenbar eine neue Spur. Ein Mafia-Insider äußerte in einem Zeitungsbericht den Verdacht, dass die Männer nicht von einem verfeindeten Mafiaclan aus San Luca getötet wurden, sondern von der eigenen Familie.

"Die Männer starben, weil Restaurantchef Sebastiano S. mehr Einfluss in seinem Clan wollte", sagte der anonyme Zeuge der "Bild"-Zeitung. "Da ließ seine eigene Familie ihn töten." Bislang gehen die deutschen Ermittler davon aus, dass das Motiv für die Tat in einer Blutfehde zwischen zwei verfeindeten Familienclans innerhalb der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta liegt. Die sechs Italiener waren in der Nacht zum Mittwoch voriger Woche vor dem Restaurant "Da Bruno" in Duisburg erschossen worden.

Über das Lokal habe die Mafia nach Aussagen des anonymen Zeugen viel Geld gewaschen. Als Gegenleistung habe Restaurantchef Sebastiano S. die Kontrolle über mehr Restaurants in Duisburg gefordert. "Das war sein Todesurteil. Die Familie fand ihn zu gierig", sagte der Zeuge laut "Bild". Ziel des Sechsfachmordes soll demnach nur Sebastiano S. gewesen sein. Die anderen fünf Männer hätten sterben müssen, weil die Killer keine Zeugen wollten.

Bei der Duisburger Polizei sind inzwischen mehr als 340 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Mehr als 120 Beamte arbeiteten an der Aufklärung des der Mafia zugeschriebenen Massakers, berichtete der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf am Donnerstag vor dem Innenausschuss des Landtages in Düsseldorf. Unterstützt würden sie dabei von sieben italienischen Ermittlern, sowie Beamten des Bundes- und des Landeskriminalamtes.

Am Donnerstag sollten die Leichen von drei der sechs getöteten Italiener nach San Luca in Kalabrien gebracht werden. Aus Angst vor einer weiteren Eskalation der mutmaßlichen Mafia-Familienfehde beschlossen die Behörden in Kalabrien am Mittwochabend, das übliche Beerdigungsritual einzuschränken. Berichten der italienischen Nachrichtenagentur ANSA zufolge wird der Trauergottesdienst nicht öffentlich sein, und auch eine - in Kalabrien übliche - Prozession der Särge durch das Dorf zum Friedhof wird nicht gestattet. Die Behörden hatten auch erwogen, den Gottesdienst für die Getöteten zu untersagen.

Eines der sechs Opfer werde in Deutschland bestattet, die zwei übrigen Opfer sollten ebenfalls am Donnerstag nach Süditalien übergeführt werden, berichtete ANSA weiter.


 
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