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Bistum Limburg regelt Bezüge
Tebartz-van Elst wird 5500 Euro Ruhestandsgeld beziehen

Bischof Tebartz-van Elst - eine Chronik der Skandale
Bischof Tebartz-van Elst - eine Chronik der Skandale FOTO: dpa, Fredrik Von Erichsen
Limburg. Die Ruhestandsbezüge des Ende März 2014 zurückgetretenen Oberhirten Franz-Peter Tebartz-van Elst (56) sind neu geregelt worden. Den Angaben des Bistums zufolge erhält der Bischof rund 61 Prozent seiner letzten monatlichen Bezüge als Bischof von Limburg.

Einer mit Wirkung Dezember in Kraft getretenen Verordnung des Limburger Apostolischen Administrators Weihbischof Manfred Grothe (76) gemäß erhält Tebartz-van Elst von dem Bistum ein Ruhestandsgeld in Höhe von 60,59 Prozent seiner letzten monatlichen Bezüge als Bischof von Limburg. Dieser Ruhegehaltssatz ergebe sich analog zum hessischen Beamtenrecht mit Blick auf die anrechnungsfähigen Dienstzeiten, erläuterte das Bistum.

Eine genaue Summe nannte es nicht. Sie dürfte bei etwas mehr als 5500 Euro brutto im Monat liegen, da das Gehalt des Bischofs sich nach der Besoldungsgruppe B 8 für Beamte in Hessen richtete. Zum Zeitpunkt des Rücktritts von Tebartz-van Elst erhielt ein nach B 8 bezahlter Beamter ein Monatsgehalt in Höhe von 9.145,54 Euro brutto.

Das Bistum wies darauf hin, dass Grothe einen Aufenthalt in Rom Mitte November im Rahmen eines Ad-Limina-Besuchs der deutschen Bischöfe auch für ein Treffen mit Tebartz-van Elst genutzt habe. Dabei sei es um Anpassungen der vormals getroffenen Ruhestandsvereinbarung gegangen.

Nach dem Rücktritt von Tebartz-van Elst hatte das Bistum Limburg mit dem Bischof zunächst eine auf seiner Versorgungsordnung basierende Ruhestandsregelung getroffen, die eine Anpassung vorsah für den Fall, dass Tebartz-van Elst wieder anderweitige Einkünfte haben werde. Auf dieser Grundlage erhielt der Bischof dem Vernehmen nach von seinem ehemaligen Bistum bislang etwa 6700 Euro monatlich.

Tebartz-van Elst ist als "Delegat für Katechese" tätig

Seit März ist der Bischof in Rom als "Delegat für Katechese" des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisation tätig. Angaben zu seinen Bezügen aus dieser Tätigkeit kann das Bistum Limburg nach eigenem Bekunden nicht machen. In verschiedenen Medien wurde wiederholt eine Summe von rund 3000 Euro genannt.

Grothe, der am 26. März 2014 von Papst Franziskus zum Limburger Apostolischen Administrator ernannt wurde, hatte in der jüngeren Vergangenheit wiederholt erläutert, auch wenn Tebartz-van Elst als "Delegat für Katechese" Gehalt beziehe, bleibe er emeritierter Bischof von Limburg. Insofern sei das Bistum ihm verpflichtet.

Tebartz-van Elst hatte dem Papst im Oktober 2013 seinen Rücktritt vom Amt des Bischofs von Limburg angeboten. Fünf Monate später nahm der Papst den Amtsverzicht an. Neben einer von vielen als autoritär empfundenen Amtsführung hatten eine Empörungswelle über die Baukosten des Bischofshauses auf dem Limburger Domberg in Höhe von rund 31 Millionen Euro und die Verschleierung dieser Kosten entscheidend zum Rücktritt des Bischofs beigetragen.

(KNA)
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