Der Fall Maria Bögerl: Lösegeld kam von der Bundesbank
zuletzt aktualisiert: 17.07.2010 - 08:50Berlin (RPO). Die Lösegeldbeschaffung im Fall der entführten und ermordeten Heidenheimer Bankergattin Maria Bögerl verlief anders als bislang bekannt. Medienberichten zufolge haben weder die Polizei noch der Ehemann des Opfers, der Sparkassendirektor Thomas Bögerl, die geforderten 300 000 Euro besorgt.
Den Betrag stellte nach Recherchen von "Die Welt" die Ulmer Filiale der Deutschen Bundesbank bereit. Angefordert habe es die Verwaltung der Stadt Niederstotzingen (Landkreis Heidenheim) auf Veranlassung ihres Bürgermeisters Gerhard Kieninger.
Bögerl hatte den Anruf des Entführers während eines Geschäftstermins im Rathaus von Niederstotzingen erhalten. Gemeinsam mit Bürgermeister Kieninger informierte er daraufhin die Polizei und organisierte die Geldbeschaffung. Um keinen Verdacht zu wecken, wurde das Lösegeld bei der Bundesbank als Blitzkredit für eine kommunale Investition abgerufen, wie die Zeitung weiter berichtet.
Der Entführer der 54-Jährigen habe in seinem einzigen Telefonat mit Bögerl eine unrealistisch kurze Frist für die Geldübergabe von nur gut anderthalb Stunden gesetzt. Demnach sollten die 300 000 Euro bereits um 13.00 Uhr hinterlegt werden. Weil dem Gatten der Entführten, Thomas Bögerl, diese Vorgabe unmöglich erschien, bat er um einen Aufschub, woraufhin 14.00 Uhr als Übergabezeitpunkt festgelegt wurde.
Dennoch gelang es nicht, das Geld rechtzeitig an der vereinbarten Stelle abzulegen, die Leiche von Maria Bögerl wurde drei Wochen später in einem Waldstück entdeckt. Vom Täter fehlt bislang jede Spur.
Nach Erkenntnissen der Zeitung hat die Polizei im Wohnhaus der Bögerls Spuren eines Kampfes sichergestellt. Allerdings sei Maria Bögerl nicht in ihrem Haus getötet worden. Die Tatwaffe, ein Küchenmesser, stamme außerdem nicht aus dem Haushalt der Bankiersfamilie.
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