Havarie der Sea Diamaond: Luxusschiff gesunken - wie konnte das passieren?
zuletzt aktualisiert: 09.04.2007 - 18:26Athen (RPO). Nach der dramatischen Havarie eines Kreuzfahrtschiffes läuft die Ursachenforschung auf Hochtouren. Der Kapitän macht starke Meeresströmungen für den Unfall verantwortlich. Die Staatsanwaltschaft wirft der Besatzung grob fahrlässiges Verhalten vor. Auch Passagiere äußern Kritik. Die Evakuierung des Schiffes sei schlecht organisiert gewesen.
Nach dem Untergang des Kreuzfahrtschiffs "Sea Diamond" vor Santorin gehen die Ermittler dem Vorwurf nach, die Besatzung habe zu spät auf die Havarie reagiert. Zwei französische Passagiere sind bei dem Unglück am Donnerstag vermutlich ertrunken, von ihnen fehlte am Montag noch jede Spur. Der Kapitän der "Sea Diamond" machte Meeresströmungen für den Unfall verantwortlich. Gegen ihn und fünf weitere Besatzungsmitglieder wird wegen fahrlässigen Verhaltens ermittelt.
Die Suche nach dem vermissten 45-jährigen Franzosen und seiner 16-jährigen Tochter sollte am Dienstag mit einer ferngesteuerten Sonde fortgesetzt werden. Das Schiff liegt mehr als 90 Meter unter der Wasseroberfläche. Die Frau des Vermissten sagte den Behörden, sie sei nur knapp aus der überfluteten Kabine entkommen, nachdem die "Sea Diamond" bei der Einfahrt in die Bucht von Santorin auf einen Felsen aufgelaufen und in Seenot geraten war.
Alle anderen Passagiere und Besatzungsmitglieder - mehr als 1.500 Personen - wurden in einer dramatischen Rettungsaktion evakuiert. Wenige Stunden später sank das Kreuzfahrtschiff am Freitagmorgen.
Passagiere kritisierten, die Evakuierung sei schlecht organisiert gewesen. "Es war planlos, es war notdürftig", sagte der amerikanische Tourist William Christopher nach seiner Rückkehr in die USA der Zeitung "Miami Herald". Angesichts solcher Vorwürfe gegen die Besatzung befragte die Küstenwache am Montag private Bootseigner, die bei der Rettung der Passagiere geholfen hatten.
Die Staatsanwaltschaft beschuldigte den griechischen Kapitän und fünf weitere Besatzungsmitglieder, internationale Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten und so fahrlässig den Untergang des Schiffes sowie die Verschmutzung der Umwelt herbeigeführt zu haben. Seit dem Unfall sind mehr als 50 Tonnen Öl ausgelaufen. Rund 400 weitere Tonnen befinden sich nach wie vor in dem Wrack. Die Behörden prüfen nun, ob diese abgepumpt werden können, um eine Ölpest an den Küsten der beliebten Ferieninsel zu verhindern.
Der Kapitän sagte unterdessen aus, er habe gemerkt, wie die "Sea Diamond" wegen der Strömung nach rechts abgedriftet sei. Er habe Anweisung gegeben, nach links zu fahren. Es sei aber nicht genügend Zeit für eine Reaktion geblieben, zitierte ihn der Fernsehsender NET.
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