Party an der Düsseldorfer Kö: Maler Immendorff gibt Kokainbesitz zu
zuletzt aktualisiert: 18.08.2003 - 12:03Düsseldorf (rpo). Der Maler Jörg Immendorff ist in der Nobelsuite eines Düsseldorfer Hotels mit Kokain und Frauen erwischt worden. Den Besitz von Kokain hat der Maler inzwischen zugegeben. Die Polizei hatte die Überraschungsaktion in dem Hotel einem anonymen Hinweis zufolge gestartet.
Der 58-Jährige war am Samstag in der Suite eines Düsseldorfer Nobelhotels von der Polizei überrascht worden, als er mit neun Frauen Kokain nehmen wollte. Der Kunstprofessor habe in seiner Vernehmung zugegeben, dass das Kokain ihm gehöre, sagte der Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, Johannes Mocken, am Montag auf Anfrage. Immendorff zählt zu den international bekanntesten deutschen Künstlern.
"Die Koks-Linien waren gebrauchsbereit", sagte Mocken. Zumindest einige der Frauen seien dem äußeren Erscheinungsbild nach dem Prostituierten-Milieu zuzuordnen. Die Ermittler sprachen von einer "Sex-Party".
Das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium wollte als Dienstherr des Hochschulprofessors zunächst eine schriftliche Mitteilung der Staatsanwaltschaft zum Ermittlungsstand abwarten. "Das ist der übliche Weg", sagte ein Ministeriumssprecher. So lange gelte die Unschuldsvermutung. Es gebe eine Reihe von "Abstufungen, dienst- und disziplinarrechtlich zu reagieren". Im Falle einer Verurteilung zu mehr als einem Jahr Haft könne die Beendigung des Beamtenstatus die Konsequenz sein.
Ein Gutachten des Landeskriminalamtes solle in Kürze den Wirkstoffgehalt des Kokains klären, sagte Mocken. Diese Frage habe erhebliche Auswirkungen auf ein mögliches Strafmaß. Die Ermittler waren nach einer anonymen Anzeige tätig geworden. Die Frauen, deren Aufenthaltsstatus zum Teil unklar gewesen sei, seien als Zeugen vernommen worden. Immendorff selbst habe sich bei der Vernehmung kooperativ gezeigt, sagte Mocken.
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