Geflügelgrippe breitet sich aus: Mehr als 55.000 Tiere getötet
zuletzt aktualisiert: 30.05.2011 - 19:25Gütersloh/Düsseldorf/Cloppenburg (RPO). Mehr als 55.000 Tiere sind bislang wegen des Ausbruchs der Vogelgrippe im Kreis Gütersloh getötet worden. Weitere 9300 Legehennen sollten noch am Montagabend geschlachtet werden.
Unterstützung bekommen die Tierärzte der Abteilung Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung beim Kreis Gütersloh dabei vom Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Die Kollegen des Friedrich-Loeffler-Instituts sollen helfen, der Ursache für den Ausbruch der Geflügelgrippe auf den Grund zu gehen, teilte der Kreis mit.
Nach Angaben der Kreisverwaltung ist die Tierseuche bislang in vier Betrieben mit fünf Standorten nachgewiesen worden. Die Höfe liegen in Rheda-Wiedenbrück und Rietberg.
Sperrzone eingerichtet
Um die Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern, wurde am vergangenen Freitag eine Sperrzone im südlichen Kreisgebiet eingerichtet, die noch bis Dienstagnacht gilt. Auch Teile des Kreises Paderborn sind von den Maßnahmen betroffen. Hühner, Truthühner, Fasane, Wachteln, Enten, Gänse und weiteres Geflügel dürfen dort derzeit nicht transportiert werden, zudem müssen die Vögel im Stall bleiben. Ausgenommen von diesem Verbot sind lediglich Eintagsküken und Schlachtgeflügel.
Lindemann fordert Prüfung von Sanktionen
Niedersachsen kritisierte derweil den Umgang von Nordrhein-Westfalen mit der Geflügelgrippe. Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) wirft Tierärzten aus NRW vor, die Behörden nicht rechtzeitig über den Ausbruch der Tierseuche informiert zu haben. Er forderte seinen NRW-Amtskollegen Johannes Remmel (Grüne) am Rande eines Auftritts in Cloppenburg auf, Sanktionen für die Veterinäre zu prüfen, schließlich handle es sich um eine meldepflichtige Krankheit.
Mitarbeiter seines Ministeriums hätten Informationen darüber, dass Tierärzte in Ostwestfalen seit Wochen Tiere mit dem Verdacht auf die Vogelgrippe behandelt hätten, sagte Lindemann einer Nachrichtenagentur. Das sei bei der Schweinegrippe genauso gewesen.
Das Ministerium in Düsseldorf wurde nach eigenen Angaben erst vergangene Woche über die Seuche informiert.
Bei der Geflügelgrippe handelt es sich um eine sogenannte niedrigpathogene aviäre Influenza (LPAI). Diese Art der Vogelgrippe gilt als nicht so ansteckend wie etwa der Virus H5N1, der auch auf Menschen übergreifen kann. Bei dem an LPAI erkrankten Geflügel wird eine Übertragung auf den Menschen dagegen ausgeschlossen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







