| 06.59 Uhr

Kriminalstatistik
Mehr Anzeigen gegen Zuwanderer

Kriminalstatistik: Mehr Anzeigen gegen Zuwanderer
Besonders gefährliche und schwere Körperverletzungen nehmen zu. FOTO: dpa, bvj fdt dna cho
Wiesbaden/Berlin. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) präsentiert am Montag die Kriminalstatistik der Polizei für 2016. Zuwanderer spielen bei vielen Straftaten eine Rolle, insbesondere Mehrfachtäter sind ein Problem. Von Reinhard Kowalewsky

Zuwanderer spielen eine weit überdurchschnittliche Rolle bei einer Reihe von Straftaten. Dieses Bild ergibt sich aus der Polizeilichen Kriminalstatistik für das ganze Bundesgebiet, die am Montag in Berlin vorgestellt wird. Die 150 Seiten lange Studie des Bundeskriminalamts (BKA) ist in Teilen schon vorher durchgesickert. Insbesondere die "Welt am Sonntag" berichtete am Sonntag darüber.

Mehr als 50 Prozent mehr

Insgesamt gab es demzufolge im vergangenen Jahr 174.438 einer Straftat verdächtige Zuwanderer in Deutschland. Das sind über 50 Prozent mehr, als noch 2015 angezeigt wurden. Logischerweise ist ein Hauptgrund für diesen Trend, dass viele Flüchtlinge und andere Zuwanderer erst Ende 2015 und Anfang 2016 einreisten.

Dabei fallen Zuwanderer bei einigen Straftaten besonders auf: So stellen sie beim Taschendiebstahl 35,1 Prozent der Verdächtigen bei knapp 9000 Taten, obwohl die vom BKA als Zuwanderer definierte Gruppe nicht einmal zwei Prozent der Bürger in Deutschland ausmacht. Bei Wohnungseinbrüchen sieht das BKA in 11,3 Prozent der angezeigten Fälle Zuwanderer als mögliche Täter. Bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung sowie bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung sind es jeweils 14,9 Prozent der verdächtigen Personen - also ungefähr siebenmal so hoch, wie ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ausmacht. Es handelt sich dabei allerdings um Anzeigen, nicht um Verurteilungen.

193.542 Fälle

Insgesamt stieg die Zahl der angezeigten Straftaten in Deutschland 2016 um 0,7 Prozent auf 6,37 Millionen an - gemessen an der höheren Bevölkerungszahl ist das extrem wenig. Jedoch stieg die lange zurückgegangene Gewaltkriminalität deutlich. Laut "Welt am Sonntag" stieg die Zahl der angezeigten Gewaltverbrechen um 6,7 Prozent auf 193.542 Fälle.

Hauptursache ist, dass gefährliche und schwere Körperverletzungen um 9,9 Prozent auf 140.033 Fälle zunahmen. Zuwanderern wurden mehr als 20.000 Gewaltdelikte im vergangenen Jahr vorgeworfen, allen Nichtdeutschen mehr als 50.000.

Problem Mehrfachtäter

Dabei ist zu beachten, dass Zuwanderer im Verdachtsfall auch schneller angezeigt werden. Der Kriminologe Christian Pfeiffer aus Hannover ermittelte, dass das Risiko eines Zuwanderers wegen einer Straftat angezeigt zu werden, bis zu doppelt so hoch ist wie das Risiko eines deutschen Verdächtigen. "Je fremder der Täter, umso eher wird die Polizei eingeschaltet", sagt er. Hinzu kommt, dass eine Reihe von Mehrfachtätern für eine sehr große Zahl von Delikten verantwortlich ist - so meldet Sachsen, dass dort nur 685 Zuwanderer für 7253 Straftaten verantwortlich waren, in NRW wird ein ähnliches Problem berichtet. "Wir müssen konsequent gegen diese Mehrfachtäter vorgehen", sagte Arnold Plickert, NRW-Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei.

Viele dieser Straftaten richten sich zudem gegen andere Flüchtlinge. So waren in Baden-Württemberg laut "Zeit" 87 Prozent der von einem verdächtigen Zuwanderer verübten Körperverletzungen selbst Flüchtlinge. In Hessen waren 70 Prozent der Opfer einer Straftat von Zuwandern ausländischer Nationalität.

Kriminologe Pfeiffer sagte: "Junge Männer unter 30 Jahren sind völlig unabhängig von der Nationalität die größte Risikogruppe bei Gewalttaten." Er machte folgende Rechnung auf: 2014 machten junge Männer zwischen 14 und 30 Jahren neun Prozent der Menschen in Deutschland aus, begingen aber 60 Prozent der Gewalttaten. Unter den rund 1,2 Millionen Flüchtlingen seien aber 37 Prozent junge Männer.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kriminalstatistik: Mehr Anzeigen gegen Zuwanderer


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.