Nordrhein-Westfalen: Mehr Giftschlamm auf Feldern
zuletzt aktualisiert: 17.08.2009 - 07:15Düsseldorf (RP). In Nordrhein-Westfalen ist wahrscheinlich mehr mit PFT verseuchter Industrieschlamm ausgebracht worden, als bislang bekannt war. Offenbar sollen in den Jahren 2002 bis 2004 270.000 Tonnen Klärschlamm, die möglicherweise mit den krebserregenden Perfluorierten Tensiden (PFT) verunreinigt waren, auf mehr als tausend Feldern in NRW abgekippt worden sein.
Auch in den beiden darauffolgenden Jahren sind nach Informationen der "Welt am Sonntag" mehrere zehntausend Tonnen verdächtiger Schlamm in Nordrhein-Westfalen verklappt worden. Vom NRW-Umweltministerium wird angenommen, die an Trinkwasserentnahmestellen in der Ruhr gemessenen PFT-Konzentrationen stammten von einigen wenigen Feldern im Hochsauerlandkreis.
Aber auch nach der Sanierung von zwei Feldern wurden immer noch erhöhte PFT-Konzentrationen im Ruhr-Wasser gemessen, die allerdings jetzt unterhalb der für Trinkwasser geltenden gesetzlichen Grenzwerte liegen. PFT reichert sich im menschlichen Körper an. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt derzeit gegen die Firma Terra Vital wegen des PFT-Skandals. So sollen Klärschlämme und Industrieabfälle mit anderen Materialien vermischt worden sein. Bauern sollen Geld dafür erhalten haben, dass das Substrat auf ihren Feldern entsorgt wurde.
Ein Sprecher des Umweltministeriums sagte gestern auf Anfrage unserer Zeitung, dass bekannt gewesen sei, dass auch auf anderen als den sanierten Feldern möglicherweise PFT liege. Der Grenzwert von 300 Nanogramm pro Liter werde jedoch in keinem Gewässer in NRW überschritten. In Essen waren in diesem Jahr an der Ruhr 46 Milligramm gemessen worden.
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