Studie: Mehr jugendliche Komatrinker
zuletzt aktualisiert: 21.06.2010 - 16:41Kiel (RPO). Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Alkoholvergiftung ist seit dem Jahr 2006 um ein Viertel gestiegen. Die Ersatzkassen zählten 2006 noch 6362 Fälle, in denen Zehn- bis 19- Jährige nach "Komatrinken" ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Im Jahr 2009 waren es schon 7977, wie die Techniker Krankenkasse (TK) am Montag in Kiel mitteilte.
Weil in den Angaben die Ortskrankenkassen und die Betriebskrankenkassen nicht enthalten sind, liegt die gesamte Zahl der jungen Komatrinker vermutlich sogar doppelt so hoch.
Viele Jugendliche unterschätzen laut TK die Gefahr einer Alkoholvergiftung. "Alkohol ist für den Organismus in diesem Alter besonders schädlich, da das Wachstum gehemmt, die Leber geschädigt und die Gehirnfunktionen beeinträchtigt werden. Die Gefahr, abhängig zu werden, ist groß, da der Körper frühzeitig an große Mengen Alkohol gewöhnt wird", erklärte Sprecher Volker Clasen.
Hinzu kämen hohe finanzielle Belastungen für die Kassen: Alkoholopfer liegen laut TK meistens ein bis zwei Tage im Krankenhaus und kosten die Krankenkassen zwischen 470 und 1400 Euro je nach Schwere des Falls. In einer Modellrechnung für das Land Schleswig-Holstein kam die TK auf rund 180.000 Euro Krankenhauskosten im Jahr 2009 für die Ersatzkassen. Hochgerechnet auf alle gesetzlichen Krankenkassen in Schleswig-Holstein wären Kosten für Klinikaufenthalte von etwa einer halben Million Euro, wie die Kasse erklärte.
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