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Unwetter in Deutschland
Mehrere Erdrutsche in Süddeutschland

Unwetter in Deutschland: Mehrere Erdrutsche in Süddeutschland
Die Wurzel eines Weinstocks, die von den Regenfluten den Berg hinunter gespült wurde, liegt in Rüdesheim (Hessen) an einer Straße am Rheinufer. FOTO: dpa, fru lre
Berlin/Rüdesheim. Gewitter mit Starkregen haben in Deutschland schwere Schäden angerichtet. Bei der Bundesgartenschau wurde ein Besucher von einem großen Ast erschlagen. Im Süden gerieten Erdmassen in Bewegung.

Heftige Unwetter haben am Wochenende in weiten Teilen Deutschlands die kurze Hitzewelle abrupt beendet und schwere Schäden hinterlassen. Bei der Bundesgartenschau (Buga) im brandenburgischen Rathenow erschlug ein herabstürzender 25 Zentimeter dicker Ast am Samstagabend einen 49-jährigen Mann. Das dortige Buga-Gelände wurde zunächst geschlossen. Vielerorts führte Starkregen zu schweren Überschwemmungen. Im Allgäu löste der andauernde Regen am Sonntag eine Schlammlawine aus, auch im Hochschwarzwald kam es zu einem Erdrutsch. Angaben über Verletzte gab es zunächst nicht.

Allerdings wurde wegen der Schlammlawine in Oberstdorf vorsorglich ein bedrohtes Wohngebiet evakuiert, wie die Polizei mitteilte. Betroffen waren demnach 400 bis 500 Menschen. Zuvor war der Oybach oberhalb der Stadt so stark angeschwollen, dass sich an seinem Ufer Schlammmassen lösten. Diese rutschten talwärts und kamen in der Nähe der Oberstdorfer Skisprungarena zum Stehen.

Bei dem Erdrutsch im Hochschwarzwald wurde laut Polizei der Wanderweg Schluchtensteig versperrt. "Die Lage ist noch unklar", fügte ein Sprecher der Bergwacht hinzu. Der Wanderweg sei an Wochenenden sehr gut besucht. Es gab zunächst aber keine Hinweise darauf, dass Menschen verschüttet wurden. Zahlreiche Einsatzkräfte und ein Rettungshubschrauber suchten das Gelände am Abend dennoch ab. "Noch nicht alle Autos wurden von den Parkplätzen abgeholt, es kann sein dass noch jemand unterwegs ist", sagte ein Polizeisprecher.

Auch in anderen Bundesländern hielten Unwetter die Einsatzkräfte in Atem: In Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt überfluteten Wassermassen Straßen und viele Keller. Entwurzelte Bäume stürzten um.

Sintflutartige Regenfälle überschwemmten am Sonntag Straßen im Südwesten. In Spaichingen bei Tuttlingen musste die Hauptstraße komplett gesperrt werden, teilte die Polizei mit. In Denzlingen in der Nähe von Freiburg im Breisgau standen Unterführungen rund einen halben Meter hoch im Wasser. Ein Autofahrer blieb unter einer Eisenbahnbrücke im Wasser stecken.

In Brüggen am Niederrhein wurden bereits am Freitag sechs Teilnehmer eines Zeltlagers von einem Blitz getroffen. Zwei Betreuer und vier Jugendliche hätten ein Zelt festgehalten, damit es nicht wegfliegt, sagte der Vize-Kreisbrandmeister. Dann sei ein Blitz direkt in das Zelt eingeschlagen. Die sechs Verletzten kamen ins Krankenhaus.

In Rüdesheim und Umgebung rückte die Feuerwehr am Freitagabend zu mehr als 200 Einsätzen aus. Bei dem Touristenstädtchen wurden 22 Ausflugsgäste in den Gondeln einer Seilbahn vom Unwetter überrascht.
Sie steckten laut Polizei etwa eine halbe Stunde fest, bevor sie vom Rettungsdienst empfangen wurden. Auch im Eifelkreis Euskirchen hielt Starkregen die Feuerwehr pausenlos im Einsatz. "Wir haben Notrufe ohne Ende", sagte ein Sprecher. In Zülpich könnten laut Deutschem Wetterdienst (DWD) rund 70 Liter pro Quadratmeter gefallen sein.

(dpa)
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