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Kanzlerin verurteilt tödlichen S-Bahn-Angriff: Merkel: "Wir müssen aufmerksam und wachsam sein"

zuletzt aktualisiert: 15.09.2009 - 21:26

Leipzig (RPO). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zu mehr Zivilcourage aufgerufen und den tödlichen Angriff auf einen 50-Jährigen in der Münchener S-Bahn scharf evrurteilt. Der Angriff sei ein "feiger, durch nichts zu rechtfertigender Anschlag" gewesen, sagte Merkel am Dienstag.

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert mehr Zivilcourage.  Foto: ddp, ddp
Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert mehr Zivilcourage. Foto: ddp, ddp

Wer Zivilcourage zeige, müsse ermutigt werden, sagte Merkel in Leipzig. Gleichzeitig müssten alle Bürger "aufmerksam und wachsam" sein. Der Mann, der sich am Samstag schützend vor eine Gruppe Heranwachsender gestellt hatte und dafür von zwei jungen Männern zu Tode geprügelt worden war, habe "Maßstäbe für Zivilcourage" gesetzt.

Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) warf den Bundesländern Versäumnisse bei der Bekämpfung der Jugendkriminalität vor. Sie forderten von der Bundesregierung eine Verschärfung des Strafrechts, anstatt selbst gegen Jugendkriminalität aktiv zu werden. Die Justizministerin sagte der Online-Ausgabe des Berliner "Tagesspiegels", für die Gefahrenabwehr seien die Länder zuständig.

Die Länder müssten für eine ordentliche Ausstattung in der Jugendhilfe Sorge tragen, genügend Richter einstellen und dafür sorgen, dass Jugendliche schnell angeklagt würden und nach einer Verurteilung schnell ihre Strafe anträten. Dies zeige bei den Tätern sehr viel mehr Wirkung als eine Verschärfung des Strafrechts, die sie erneut ablehnte.

Auch bei der Präventionsarbeit hätten die Länder versagt, sagte Zypries. Sie sei "fassungslos", wenn sie sehe, "dass einige Bundesländer die Initiative, Sozialarbeiter an Schulen einzustellen, wieder kippen." Auch können sie nicht nachvollziehen, warum die Länder in den vergangenen acht Jahren 9000 Polizeistellen eingespart hätten.

Quelle: AFP/awei

 
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