Extremsportler will 2000 Kilometer Sandhölle durchlaufen: Messner macht sich auf in die Wüste
zuletzt aktualisiert: 27.03.2004 - 11:53Köln (rpo). Statt Eisbergen will er Sandberge bezwingen: Bergsteiger Reinhold Messner geht in diesem Sommer in die Wüste. Dafür muss aber der Bart ab.
Der Extrembergsteiger Reinhold Messner sucht neue Herausforderungen: Im Juni will der 59-Jährige rund 2.000 Kilometer weit durch die Wüste wandern. Wo genau es hingeht, verrät Messner, der für die italienischen Grünen im Europaparlament sitzt, aber zurzeit noch nicht. "Ich möchte keinem Erfolgsdruck unterliegen, möchte frei sein, bis ich wieder zu Hause bin. Der Druck von außen ist gefährlich", sagte er dem Kölner "Express" (Sonntagausgabe).
Zum Reiseziel sagte er lediglich: "Mein Bart fällt demnächst, weil er dort, wohin ich reise, als unrein gilt." Eine Wüstendurchquerung sei sein Traum, "ein Projekt, das ich seit 1980 verfolge, aber immer verschoben habe. Jetzt wird es höchste Zeit". Er nehme aber bewusst weder Handy noch Laptop mit, sagte er. "Ich will die Exposition: Ich setze mich aus, muss mich also selbstverantwortet durchschlagen."
Über sein Alter sagte Messner, es sei eine große Kunst, mit dem Alter zurecht zu kommen. "Es ist einfach, mit 40 zu sagen: Verdammt noch mal, den Everest packe ich ohne Maske nicht mehr, dafür packe ich den Nanga Parbat. Es ist viel schwieriger, mit 60 in die Wildnis aufzubrechen. Was packe ich nicht mehr? Andere gehen mit 60 in die Rente, ich 2.000 Kilometer weit durch die Wüste."
Ein weiteres Projekt, das seine ganze Aufmerksamkeit erfordere, sei ein Museum in Südtirol. Dort wolle er das Erbe des Bergsteigens greifbar und sichtbar machen, sagte er. "Ich will erklären, was passiert, wenn Mensch und Berg sich begegnen. Alles, was ich weiß, geschrieben und zusammen getragen habe, bringe ich ein."
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