Umfrage: Migranten vertrauen deutschen Schulen
zuletzt aktualisiert: 30.05.2010 - 11:59Gütersloh (RPO). Die Schulen in Deutschland genießen bei Eltern schulpflichtiger Kinder mit Migrationshintergrund großes Vertrauen. Gleichzeitig bezweifelt aber fast die Hälfte von ihnen, dass ihre Kinder die gleichen Chancen wie deutsche Kinder haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Sonntag in Gütersloh veröffentlichte Umfrage der Bertelsmann Stiftung.
Die Mehrheit der zugewanderten Eltern schulpflichtiger Kinder (62 Prozent) hat viel Vertrauen in die deutschen Schulen - im Gegensatz zur Gesamtbevölkerung; hier sind es nur 32 Prozent. Geteilter Meinung sind Eltern mit Migrationshintergrund allerdings, wenn es um die Chancen ihrer Kinder an den Schulen geht: 44 Prozent glauben an eine weitgehende Chancengleichheit, während 46 Prozent nicht den Eindruck haben. Bewusste Benachteiligungen seitens der Schule sehen die meisten allerdings nicht. 47 Prozent von ihnen vermissen jedoch gezielte Förderung. Und 41 Prozent halten die Lehrer im Umgang mit Zuwandererkindern für überfordert. 79 Prozent meinen, dass viele Zuwandererkinder nicht ausreichend Deutsch können.
Als Gründe für die ungleichen Chancen ihrer Kinder sehen die befragten Eltern vor allem deren schwierigere Ausgangssituation: 79 Prozent sind überzeugt, dass viele Eltern nicht in der Lage sind, ihre Kinder beim Lernen und bei den Hausaufgaben zu unterstützen. 64 Prozent meinen, dass in den Familien zu wenig Deutsch gesprochen wird. 61 Prozent führen die Defizite darauf zurück, dass sie sich keine Nachhilfe leisten können. Mitschüler trifft aus ihrer Sicht wenig Schuld: Nur 24 Prozent denken, dass die Kinder sich gegenseitig zu wenig helfen.
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