Größte Radarkontrolle in NRW: Minister kündigt neuen Blitz-Marathon an
zuletzt aktualisiert: 10.02.2012 - 18:26Düsseldorf (RPO). Bei der größten Tempo-Kontrollaktion in Nordrhein-Westfalen sind am Freitag mehrere Autofahrer trotz Vorwarnung mit Vollgas in die Radarfallen gefahren. An 1400 Stellen im Land wird geblitzt - und das soll sich bald wiederholen.
Mit einem 24-Stunden-Blitzer-Marathon geht die NRW-Polizei am Freitag gegen Raser vor. Seit 6 Uhr wird an 1400 Stellen im Land die Geschwindigkeit der Autofahrer kontrolliert. Wir haben die Polizei in der Region begleitet und im Live-Ticker darüber berichtet.
NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) zog am Abend eine erste positive Zwischenbilanz des landesweiten 24-Stunden-Blitz-Marathons. „Die Autofahrer sind heute langsamer und disziplinierter gefahren. Damit haben wir unser Ziel erreicht. Denn wir wollen mehr Verkehrssicherheit und nicht mehr Knöllchen“, erklärte er in Düsseldorf.
Jäger hat den Blitzer-Marathon als Reaktion auf die wieder gestiegene Zahl von Verkehrstoten angekündigt . Und es soll keine einmalige Aktion bleiben: Gegenüber unserer Redaktion erklärte Jäger, dass es im April und im September weitere Blitzer-Marathons geben soll.
Mit 100 statt 50 Stundenkilometer unterwegs
Allein auf den Autobahnen im Regierungsbezirk Düsseldorf registrierte die Polizei 398 Verstöße. Elf Fahrverbote wurden dort ausgesprochen. Obwohl die Messstellen vorher bekannt gegeben worden sind, rasten einige Autofahrer in die Radarfallen: An der Toulouser Allee in Düsseldorf hat die Polizei einen Autofahrer mit 94 Stundenkilometern erwischt. Erlaubt sind 50. Ihn erwarten ein Bußgeld von 200 Euro und drei Punkte. An der Mülheimer Straße in Duisburg wurde ein Arzt erwischt, der 100 statt 50 Stundenkilometern fuhr.
Die höchste Tempoüberschreitung außerorts maßen Polizisten auf der Autobahn in Köln auf der A 57. Der Autofahrer fuhr 160 km/h, wo 100 km/h erlaubt sind. Die zu erwartende Strafe: Vier Punkte in Flensburg, ein Monat Fahrverbot und 240 Euro Bußgeld, teilte das Innenministerium mit. Gegen Mittag fuhr ein Ehepaar in Hagen mit 65 km/h bei erlaubten 50 in eine Laserkontrolle. Der Autofahrer trug es mit Humor, als er 25 Euro Verwarnungsgeld zahlen musste. “Gerade in dem Augenblick der Messung habe ich mit meiner Frau über den Blitz-Marathon gesprochen“, erzählte er den Polizeibeamten. Die Kölner Polizei erwischte auf der Autobahn einen Fahrer mit 160 Stundenkilometern bei erlaubten 100.
"Ziel sind nicht mehr Knöllchen"
Allgemein zeigten sich die Verkehrsteilnehmer aber diszipliniert. "Die Autofahrer sind merkbar sensibel", berichtete ein Sprecher des Innenministeriums. Von 6 Uhr an überwachte die Polizei im ganzen Land die Geschwindigkeit. Polizei und Kommunen wollten 24 Stunden lang mit 3000 Beamten an insgesamt 1400 Orten kontrollieren. Das Innenministerium hat eine Liste mit den Messstellen veröffentlicht.
Der Dauerfrost sollte kein Hindernis für die Radarkontrollen sein. Es gebe genügend Radarmessgeräte in Streifenwagen, die auch bei Temperaturen unter minus zehn Grad Celsius funktionieren, hatte Jäger versichert. Das Landesamt für polizeiliche Dienste hatte die Beamten zuvor darauf hingewiesen, dass Tiefsttemperaturen die Einsatzfähigkeit der Blitzer beeinträchtigen könnten.
Jäger hat unserer Redaktion auch erzählt, wann er zum letzten Mal geblitzt wurde: vor zwei Jahren. Damals sei er "zehn bis 15 Stundenkilometer" zu schnell gewesen, so der NRW-Innenminister. Seitdem fahre er diszipliniert. Sinn des Blitzer-Marathon sei nicht, die Autofahrer stärker zur Kasse zu bitten: "Ziel unserer Aktion sind nicht mehr Knöllchen, sondern weniger Verkehrstote", betonte er.
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