Bischof fordert Toleranz: Mixa kritisiert Muslime
VON REINHOLD MICHELS - zuletzt aktualisiert: 26.07.2007 - 23:44Augsburg (RP). Der Augsburger Bischof fordert von muslimischen Staaten Gegenleistungen für die religiöse Toleranz in Deutschland. Anderenfalls sollten nur Andachtsräume statt Moschee-Bauten genehmigt werden.
Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat sich für mehr Zurückhaltung bei der Genehmigung großer Moscheebauten in Deutschland ausgesprochen. Unter Hinweis auf die umstrittenen Baupläne für ein großes islamisches Gotteshaus in Köln plädierte einer der bundesweit bekanntesten deutschen Bischöfe im Gespräch mit unserer Redaktion für das Prinzip der Gegenseitigkeit: „Wir sollten die Muslime, die bei uns vollkommene Religionsfreiheit genießen, dafür gewinnen, dass sie ihrerseits in ihren Herkunftsländern dafür sorgen, dass die Christen dort menschenwürdig und achtungsvoll behandelt werden und die gleichen Rechte zum Kirchenbau haben, wie dies die Muslime bei uns haben.”
Mixa fuhr fort: „In vornehmlich islamisch geprägten Kulturen und Ländern haben Christen heute noch so gut wie keine Daseinsberechtigung.” Wenn sich dies nicht endlich ändere, sollte man in Deutschland den Muslimen in aller Freundschaft antworten: „Dann muss es eben keine große Moschee sein mit hoch emporragenden, demonstrativ in Erscheinung tretenden Minaretten, dann reicht in einer christlich geprägten Kultur auch ein schlichter muslimischer Andachtsraum.”
Zur Aussage der renommierten deutschen Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel, wonach das Minarett eine Art Siegesturm und sichtbares Zeichen der Gegenwart des Islam in einem neu eroberten Gebiet sei, meinte der Bischof: „So wird es in der Tat häufig verstanden. Als Militärbischof erlebe ich in Bosnien-Herzegowina oder Sarajewo, dass überall dort, wo Moscheen neu errichtet werden, dies als Zeichen für neu gewonnenes muslimisches Terrain begriffen wird, das nie mehr in anderer Weise verwendet werden darf.”
Mixa griff in dem Zusammenhang auch in die Debatte über einen möglichen Beitritt der Türkei zur christlich geprägten EU ein: Er könne es sich angesichts des völlig anderen islamischen Menschen- bildes beim besten Willen und bei aller Offenheit nicht vorstellen, dass die Türkei in die EU aufgenommen werde. Die Türkei sei ein wichtiger Partner Europas, aber eben kein europäisches Land. Die Christen seien sich viel zu wenig bewusst, wie fundamental die jüdisch-christliche Kultur Europa geprägt habe.
In Bezug auf islamistische Gewalttäter fügte Mixa hinzu: „Auch wenn die Lehre Jesu Christi in Europas Geschichte nicht immer befolgt wurde, so ist eins klar: Gewalttaten, Terrorismus, Unterdrückung von Frauen und Unfreiheit können nie und nimmer mit der Person Jesu Christi und den Evangelien begründet werden. Das ist im Hinblick auf gewisse Suren im Koran nicht so eindeutig. Hier kommt den islamischen Gelehrten eine besonders große Verantwortung zu, ihren Gläubigen deutlich zu machen, dass der Glaube an Gott niemals einen Mord rechtfertigen kann.”
Selbstkritisch müsse sich die katholische Kirche fragen, wo sie bei der Verkündigung des Glaubenskerns besser werden könne, ob die Christen bei aller gebotenen Toleranz in einer multikulturellen Gesellschaft die eigenen Glaubensüberzeugungen unverkürzt und deutlich genug herausstellen.
An der Stelle des Gesprächs rief Mixa die evangelische Kirche in Deutschland dazu auf, sich unmissverständlicher als dies leider bisher der Fall sei dem Kampf der katholischen Kirche für den uneingeschränkten Schutz des menschlichen Lebens anzuschließen. Mixa: „Wir brauchen jeden Mitstreiter, wenn es um die Freigabe der embryonalen Feldforschung geht. Da hat sich ein Teil der evangelischen Seite leider ausgeklinkt und mindert so das gesamte christliche Zeugnis in der Gesellschaft auf kaum wieder gutzumachende Weise.”
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