Nach Attentat in Dresdner Gericht: Mordaufruf gegen Mörder von Marwa El-Sherbini
zuletzt aktualisiert: 24.10.2009 - 11:28Dresden (RPO). Gegen den mutmaßlichen Mörder der Ägypterin Marwa El-Sherbini ist ein Mordaufruf im Internet aufgetaucht. Nach einem Medienbericht gibt es eine einstündige Audiobotschaft, in der ein Scheich den in Deutschland lebenden Muslimen nahelegt, den Angeklagten zu töten und dafür Gottes Lohn in Aussicht stellt.
Der "Spiegel" berichtete weiter, dass die Drohung bereits im Sommer eingestellt und vom Landeskriminalamt Sachsen ausgewertet worden sei.
Das LKA geht nach eigenen Angaben von einer "hohen Gefährdung" für die Prozessbeteiligten aus. Die Tat hatte im Ausland, insbesondere in Ägypten großes Aufsehen erregt und Proteste ausgelöst. Der Prozess findet unter strengen Sicherheitsauflagen statt. Dem Bericht zufolge hat der Witwer von Marwa El-Sherbini wegen Verletzung der Sicherheits- und Sorgfaltspflichten inzwischen Strafanzeige gegen den Gerichtspräsidenten und den Vorsitzenden Richter des damaligen Verfahrens gestellt.
Prozessbeginn am 26. Oktober
Der Prozess gegen den 29-jährigen mutmaßlichen Täter beginnt am Montag. Der vor einigen Jahren aus dem russischen Perm nach Deutschland gekommene Alex W. muss sich wegen Mordes an der 31-jährigen Ägypterin und versuchten Mordes an ihrem 32-jährigen Ehemann verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die schwangere Frau am 1. Juli während einer Verhandlung im Dresdner Landgericht mit einem Küchenmesser erstochen zu haben.
Er soll aus "Hass auf Nichteuropäer und Moslems" gehandelt haben. In der Verhandlung, bei der sich die Tat ereignete, ging es um eine gegen Alex W. verhängte Geldstrafe wegen Beleidigung. Er hatte die Ägypterin auf einem Dresdner Spielplatz als "Islamistin" und "Terroristin" beschimpft.
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