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Festnahme in Leipzig: Mordfall Corinna im Eiltempo aufgeklärt

VON LARS RISCHKE, AP - zuletzt aktualisiert: 02.08.2009 - 19:29

Eilenburg (RPO). Schneller Fahndungserfolg nach einem entsetzlichen Verbrechen: Nur wenige Tage nach dem Mord an der kleinen Corinna aus Eilenburg bei Leipzig hat die Polizei den mutmaßlichen Täter dingfest gemacht. Der Mann stammt aus dem Ort, ist 39 Jahre alt und sitzt inzwischen bereits in Untersuchungshaft. Bei seiner Festnahme soll er betrunken gewesen sein.

Offenbar hat die Polizei einen Verdächtigen im Mordfall Corinna geschnappt  Foto: ddp
Offenbar hat die Polizei einen Verdächtigen im Mordfall Corinna geschnappt Foto: ddp

Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen Mordes und Vergewaltigung erlassen. Der leitende Oberstaatsanwalt Hans Strobl sagte am Sonntag auf einer Pressekonferenz im Bürgerhaus der Stadt, der Mann sei in der Nacht zum Sonntag festgenommen worden und habe anschließend noch in der Nacht ein Geständnis abgelegt. Der mutmaßliche Täter wohnt rund einen Kilometer entfernt vom Elternhaus des Opfers. Es handelt sich um einen geschiedenen Mann, der früher als Hauswart gearbeitet haben soll und derzeit arbeitslos ist.

Auf die Spur führten Hinweise aus der Bevölkerung. Insgesamt gingen rund 160 zu dem Fall bei den Ermittlern ein. Darunter waren vier besonders wertvolle. So hatte ein Zeuge den Mann in Begleitung eines Kindes beobachtet, auf das die Beschreibung von Corinna passte. Ein anderer Zeuge gab an, er habe den Mann in dem fraglichen Zeitraum mit schmutziger und feuchter Kleidung gesehen.

Um wen es sich handelt, war schnell klar, denn Eilenburg vor den Toren von Leipzig ist mit seinen 17.000 Einwohnern nicht besonders groß. Nach der weiteren Überprüfung durch die Sonderkommission "Corinna" erhärtete sich der Verdacht. Am Samstagabend gegen 23.00 Uhr wurde er in seiner Wohnung festgenommen. Die Beamten trafen ihn alkoholisiert in seiner Wohnung an. "Noch in der Nacht gab es dann ein Geständnis", sagte Strobl. Darin offenbarte er nach den Angaben Wissen, das nur der Täter haben konnte. Ein Ermittlungsrichter erließ am Sonntag Haftbefehl.

Früher unter anderem wegen Brandstiftung verurteilt

Der sächsische Polizeipräsident Bernd Merbitz sagte, "wir sind sehr glücklich über den schnellen Fahndungserfolg". Erleichtert zeigte sich aber auch die Familie der neunjährigen Corinna. Opferanwältin Alexandra Tust sagte, diese habe "sehr erleichtert" auf die Nachricht von der Festnahme reagiert. Tust verwies zugleich darauf, dass es für die Eltern und die beiden Geschwister des Mädchens sehr schwer sei, dies alles zu begreifen. Tust appellierte an die Medien, die Angehörigen in Ruhe zu lassen. "Die Familie braucht jetzt Ruhe zum Trauern."

Der Beschuldigte ist kein unbeschriebenes Blatt. Zwar ist er wegen Sexualstraftaten bislang nicht in Erscheinung getreten. Allerdings wurde er nach Angaben der Ermittler in der Vergangenheit unter anderem wegen Brandstiftung verurteilt und stand deswegen sogar noch unter Führungsaufsicht.

Nach der Festnahme gehen die Ermittlungen nun unvermindert weiter. Merbitz sagte, auch am Tatort würden derzeit Spuren gesichert. Er soll nicht weit vom Ort entfernt liegen, wo die Leiche des Kindes entdeckt wurde. Die Ermittler betonten, dass es jetzt auch darum gehe, weitere Spuren und Hinweise zu sichern, um das Geständnis mit objektiven Spuren untermauern zu können. Noch nicht abgeschlossen ist auch der Vergleich der DNA-Spuren.

Die kleine Corinna war am Dienstagnachmittag vom Spielen nicht zurück ins Haus gekommen. Einen Tag später wurde ihre Leiche in einem Sack am Ufer eines Nebenarmes der Mulde entdeckt. Der Täter hatte nach dem Ergebnis der Obduktion das Kind vergewaltigt und anschließend getötet. Die Tat hatte in ganz Deutschland Entsetzen ausgelöst. In Eilenburg legten viele Menschen vor dem Rathaus und dem Elternhaus des Mädchens Blumen nieder und entzündeten Kerzen.

Quelle: AP

 
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