Hetzjagd auf Inder: Mügeln: Jugendliche warnten vor rechtsradikaler Gewalt
zuletzt aktualisiert: 21.08.2007 - 10:10Berlin (RPO). Der Bürgermeister der sächsischen Stadt Mügeln hat bestätigt, dass es schon vor dem Altstadtfest Hinweise auf bevorstehende Gewalt gegeben habe. Mitglieder eines Jugendclub hätten vor einem rechtsradikalen Übergriff gewarnt. In Mügeln waren am Wochenende Inder bei einer Hetzjagd durch die Stadt verletzt worden.
Bürgermeister Gotthard Deuse (FDP) bestätigte am Dienstag im Fernsehsender N24 die Aussagen von Mitgliedern des dortigen Jugendclubs "Freetime in", es habe Warnungen vor Rechtsradikalen gegeben.
Deuse sagte, bei seinem Gespräch mit dem Polizeipräsidenten sowie dem sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt am Montag habe sich herausgestellt, "dass es wahrscheinlich keinen rechtsextremen Hintergrund gibt, sondern dass ausländerfeindliche Parolen gesagt worden sind".
Der Bürgermeister betonte: "Unsere Stadt Mügeln ist nicht rechtsextrem. Es müssen Dinge gewesen sein, die wir im Moment nicht wissen, die recherchiert werden". Deuse appellierte an die Bürger der Stadt, "die die Dinge gesehen haben, sich melden, um Aussagen zu treffen, damit dieser Vorwurf, der nun auf Mügeln lastet, endlich abgebaut wird".
Nach Angaben des Bürgermeisters hatte es am 4. Juli ein Gespräch in dem Jugendclub gegeben, bei dem unter anderem das Altstadtfest erörtert wurde. Dabei habe einer der Jugendlichen gesagt, "dass es höchstwahrscheinlich in Mügeln zum Altstadtfest ein Vorkommnis geben wird, wobei überhaupt nicht klar war, was".
Dies habe er schnell der Polizei weitergeleitet, die auch recherchiert habe, berichtete Deuse. Das sei auch am Montag in dem Gespräch mit Milbradt und dem Polizeipräsidenten angesprochen worden.
"Es gab keinen Ansatz, dass irgendwie hier zum Altstadtfest etwas passieren sollte", betonte der Bürgermeister. Weiter äußerte er die Hoffnung, dass die Sonderkommission der Polizei bald Ergebnisse zu Tage fördern werde.
Auf die Frage, inwiefern sich ein rechtsradikaler Hintergrund ausschließen lasse, wenn gleichzeitig festgestellt werde, dass bei dem Vorfall fremdenfeindliche Parolen gerufen worden seien, sagte Deuse: "Es kann ja durchaus sein, dass da im Nachhinein noch Leute nach Mügeln gekommen sind, was man ja nie verhindern kann, die solche Parolen gerufen haben."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







