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In der Presse herrscht nach der Hetzjagd auf acht Inder im sächsischen Mügeln.
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Augsburger Allgemeine: "Dass es bis gestern keine Klarheit über Motive und Tathergang gab, spricht nicht für die Polizei. Auch nicht, dass der Fall erst mit fast einem Tag Verspätung gemeldet und die Ermittlungsgruppe zu spät aufgestockt wurde."
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Oldenburgische Volkszeitung: "Wenn 50 Menschen eine Hetzjagd auf acht ausländische Mitbürger machen und fremdenfeindliche Sprüche brüllen, dann ist das ein Beispiel schier unfassbarer kollektiver Bereitschaft zur rassistischen Gewalt."
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Rheinische Post: "Zu fragen ist, ob in Mügeln eine Horde von Hakenkreuzstrolchen kühl geplant über acht Inder hergefallen ist, oder ob nächtliche Tanzboden-Rivalitäten unter jungen Deutschen und Ausländern urplötzlich aus unpolitischen teutonischen Wochenendsäufern pöbelnde Schläger gemacht haben."
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Neue Osnabrücker Zeitung: "Hat sich etwas geändert? Nein: Es schockiert, wie tief radikales Gedankengut bereits in der Mitte der frustrierten ostdeutschen Gesellschaft angekommen ist. Wie sonst ist es zu erklären, dass in einem bislang unauffälligen Ort wie Mügeln aus einer harmlosen Bierzeltrempelei eine tödliche Gefahr werden kann und niemand imstande ist, Zivilcourage zu zeigen?"
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Berliner Zeitung: "Die Hetzjagd, die Schaulustigen, die nicht einschreiten, das späte Eintreffen der Polizei und dann die Abschwächungen der Behörden - sind das nicht Merkmale ein- und derselben Kultur?"
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Nürnberger Nachrichten: "Zivilcourage lässt sich leicht einfordern - aber wenn es brenzlig wird, fehlt den meisten eben dieser Mut, gegenzuhalten. Nächte wie die von Mügeln zeigen: Der auf vielen Ebenen zu führende und keineswegs kostenlose Kampf gegen den alltäglichen Rassismus samt seiner Exzesse - er gehört in Deutschland zur leider notwendigen Daueraufgabe."
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Nordkurier: "Die Ausschreitungen gegen Inder in Mügeln sind gewalttätiger Ausdruck einer Grundstimmung, zu deren Folgen der Einzug von NPD-Leuten in die Landesparlamente in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern zählt. In der Gruppe und oft unter starkem Alkoholeinfluss fühlen sich Schläger ermutigt, 'Volkes Willen' zu vollstrecken."
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Lausitzer Rundschau: "Geradezu grotesk sind aber die Verrenkungen, mit denen gestern Fragen nach einem womöglichen fremdenfeindlichen Hintergrund beantwortet wurden. Eine Polizeisprecherin bestätigte zwar, dass bei dem Vorfall Rufe wie "Ausländer raus" zu hören waren. Über das Motiv der Hetzjagd, deren Auslöser eine Rempelei auf der Tanzfläche des Festzeltes gewesen sein soll, sei damit aber noch nichts gesagt."
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Westfalenpost: "Muss die Vorstellung, dass äußere Merkmale im Zusammenleben von Menschen irgendwann einmal keine Rolle mehr spielen, nichts als eine Illusion naiv Gutmeinender bleiben? Ein ekelhafter Vorfall wie der in Mügeln legt das nahe. Die Hetzjagd eines 50-köpfigen Mobs auf eine Gruppe Inder ist Teil einer Reihe von Übergriffen, die fast täglich irgendwo in diesem Land ohne größere Öffentlichkeitswirkung fortgeschrieben wird."
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Mannheimer Morgen: "Hass und Vorurteile gedeihen auf dem Nährboden von tatsächlicher oder vermeintlicher Chancenlosigkeit. Mit dem Strafgesetzbuch allein macht man aus Menschenfeinden keine Menschenfreunde und aus einer schweigenden Mehrheit keine Zivilgesellschaft."
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Mitteldeutsche Zeitung: "Die Polizei sieht keine Anhaltspunkte für einen rechtsradikalen Hintergrund, der Bürgermeister ist betroffen und beteuert, dass es keine Neonaziszene in seinem Ort gibt. Und mancher wird deshalb sein Bild vom Osten als Hort rechter Gewalt einmal mehr bestätigt sehen. Viel interessanter wäre zu diskutieren, wie selbstverständlich die neuen Braunen schon in der Mitte der Gesellschaft siedeln."
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Hamburger Morgenpost: "Besonders widerlich an der Mügelner Hatz war, dass offensichtlich ein Menschenauflauf dieses Treiben als willkommenen Höhepunkt eines provinziellen Spaßbesäufnisses begaffte. Proteste? Protestiert wird in der sächsischen Provinz nur, wenn bayerische Politiker mal wieder die Kürzung der Ostrenten fordern."