| 13.46 Uhr

München, Lepzig, Berlin und Bochum
Zehntausende bilden Menschenketten gegen Rassismus

München, Berlin, Lepzig: Menschenketten gegen Rassismus
Menschen bilden in Hamburg vor dem Rathaus während der bundesweiten Aktion "Hand in Hand gegen Rassismus" zum Internationalen Gedenktag für Flüchtlinge eine Kette. FOTO: dpa, dbo jhe
Berlin . Am Wochenende haben sich zehntausende Demonstranten in mehreren deutschen Großstädten unter dem Motto "Hand in Hand gegen Rassismus" an Menschenketten beteiligt.

Die Aktionen fanden am Samstag in Bochum und am Sonntag in Berlin, Leipzig und München statt; den Abschluss sollte am Sonntag eine Kundgebung in Hamburg bilden. Die Menschenketten seien ein "starkes Signal für ein weltoffenes und vielfältiges Deutschland", erklärten die Initiatoren.

Motto der Aktionen war "Hand in Hand gegen Rassismus". In Berlin, Bochum, Leipzig und München verbanden nach Angaben der Veranstalter über 33.000 Demonstranten in langen Ketten kirchliche und soziale Einrichtungen. Mit den Aktionen in Hamburg und anderen Orten sei eine bundesweite Gesamtzahl von mehr als 40.000 zu erwarten.

In Berlin bildeten 9000 Menschen eine knapp sieben Kilometer lange Menschenkette vom Stadtteil Kreuzberg bis zum Roten Rathaus. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann sagte den Angaben zufolge: "Die große Mehrheit in Deutschland steht für Weltoffenheit und Menschlichkeit, nicht für dumpfen Rassismus."

In Leipzig verband eine drei Kilometer lange Menschenkette Moscheen, das Gewandhaus, Oper, Universität, Nikolaikirche und das Synagogenmahnmal. Für den Abend wurden in Hamburg Tausende zu einer Menschenkette erwartet, die die Hauptkirche St. Petri mit der Al Nour Moschee und der jüdischen Gemeinde verbinden sollte.

Bei der Auftaktkundgebung am Sonntag in München erklärte Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne): "Wir werden niemals akzeptieren, dass etwa Muslime, Sinti und Roma oder Geflüchtete weniger Wert sein sollen als andere. Wir wenden uns gegen den Hass und jede Ausgrenzung."

21 Städte beteiligten sich

Neben den fünf Großstädten demonstrierten auch in sechzehn weiteren Städten - darunter Bonn, Karlsruhe, Münster und Osnabrück - mehrere tausend Menschen gegen Rassismus, für Menschenrechte und Vielfalt.

Bereits am Samstag hatten 8500 Menschen in Bochum eine Menschenkette gebildet. Per Twitter bekannten sich Prominente zu der Aktion, darunter Bundesaußenmister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Familienministerin Manuela Schwesig (SPD). Anlass der Aktion war der Weltflüchtlingstag, der am Montag begangen wird.

Zu den Organisatoren gehören etwa Amnesty International, Pro Asyl, Terre des Hommes, Brot für die Welt, Miseror, der Paritätische Gesamtverband und der DGB. Zu den Unterstützern zählten zum Beispiel die Schauspieler Benno Fürmann und Michaela May, der Kabarettist Urban Priol sowie der Musiker Michael "Breiti" Breitkopf von den Toten Hosen.

(felt/AFP)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

München, Berlin, Lepzig: Menschenketten gegen Rassismus


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.