| 08.32 Uhr

Freund festgenommen
Münchner Amokläufer hatte womöglich einen Mitwisser

Münchner Amokläufer hatte womöglich Mitwisser
Das Einkaufszentrum ist noch abgeriegelt FOTO: dpa, shp nic
München. Nach dem Amoklauf von München hat die Polizei einen Freund des Täters festgenommen. Womöglich wusste er von dem Amokplan.

Ein Sondereinsatzkommando habe am Sonntag einen 16-jährigen Freund des Täters festgenommen, der möglicherweise wusste, dass am Freitagabend ein Amoklauf geplant war. "Wir wollen abklären, ob er das wusste", teilte ein Polizeisprecher mit. Gegen den Jugendlichen werde wegen Nichtanzeigens einer geplanten Straftat ermittelt.

Der 16-Jährige hatte sich bereits am Freitag unmittelbar nach dem Amoklauf mit neun Todesopfern bei der Polizei gemeldet, weil er den Täter kannte, der sich am Ende selbst erschoss. "Er wurde in Bezug auf seine Beziehung zum Täter vernommen", teilte die Polizei mit. Die Ermittlungen hätten am Sonntag jedoch Widersprüche in seinen Aussagen aufgedeckt. Gegen ihn soll Haftbefehl beantragt werden.

Auch Facebook-Post wird untersucht

Die Ermittler prüfen, ob der Jugendliche auch für einen Facebook- Aufruf zu einem Treffen am Sonntag in einem Kino in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs verantwortlich ist. Dieser Aufruf hatte ein ähnliches Muster wie der Facebook-Aufruf des 18-jährigen Amokläufers, der über das soziale Netzwerk eine Einladung in ein Schnellrestaurant verschickt hatte, wo er dann den Amoklauf startete. Bei der Überprüfung des Kinos ergaben sich am Sonntag keine Auffälligkeiten.

Der Amoklauf hatte am Freitagabend ganz München in Angst und Schrecken versetzt. Der 18-jährige Täter schoss in und vor einem Einkaufszentrum sowie in einem Schnellrestaurant um sich, tötete neun Menschen - überwiegend Jugendliche - und schließlich sich selbst. Drei Menschen sind noch in Lebensgefahr. Insgesamt gab es laut Landeskriminalamt 35 Verletzte.

(crwo/dpa)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Münchner Amokläufer hatte womöglich Mitwisser


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.