Auschwitz-Schriftzug entwendet: Museumswächter entlassen
zuletzt aktualisiert: 21.01.2010 - 13:34Oswiecim (RPO). Nach dem Diebstahl des Schriftzuges "Arbeit macht frei" am ehemaligen NS-Konzentrationslager Auschwitz ist der Schichtführer der Museumswache, der in der Tatnacht Dienst hatte, entlassen worden.
Das sagte eine Sprecherin des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau am Donnerstag. Die beiden anderen Kollegen der Schicht seien dagegen inzwischen in den Dienst zurückgekehrt.
Dem Schichtführer wurde laut polnischen Medienberichten vorgeworfen, nach der Entdeckung des Diebstahls zu lange gewartet zu haben, ehe er die Polizei informierte. Nach der Tat waren alle drei Wachleute zunächst suspendiert worden.
Wie die Sprecherin weiter sagte, kehrte die Originalinschrift am Donnerstag in das Museum zurück. Es gebe bisher noch keine Entscheidung, ob sie wieder am Tor des früheren KZ angebracht wird. Dort hängt seit der Tat eine Kopie. Zunächst würden Restauratoren prüfen, in welchem Zustand die beschädigte Inschrift ist.
Der in drei Teile zerlegte Schriftzug war zwei Tage nach der Tat in einem Wald im Norden Polens wiedergefunden worden. Die Polizei nahm daraufhin fünf tatverdächtige Männer im Alter zwischen 20 und 39 Jahren fest. Der Diebstahl soll Medienberichten zufolge von einer schwedischen Neonazi-Organisation in Auftrag gegeben worden sein.
Im NS-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau wurden von 1940 bis 1945 schätzungsweise 1,1 Millionen Menschen ermordet, mehrheitlich Juden. Im vorigen Jahr besuchten nach Angaben des Museums rund 1,3 Millionen Menschen die Gedenkstätte. Das sei Rekord in der 62-jährigen Geschichte des Museums. Am 27. Januar wird dort der 65. Jahrestag der Befreiung des Lagers begangen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







