| 21.37 Uhr
Berlin
Mutmaßlicher Amokläufer bittet Opfer um Verzeihung
Berlin: Mutmaßlicher Amokläufer bittet Opfer um Verzeihung
Bei dem Amoklauf in Berlin waren 41 Menschen verletzt worden. FOTO: ddp, ddp
Berlin (rpo). Der 16-jährige mutmaßliche Amokläufer, der am Freitagabend in Berlin 41 Menschen mit einem Messer verletzt hat, hat sich bei den Opfern entschuldigt. Sein Mandat bitte alle Verletzten um Verzeihung, sagte der Anwalt des Hauptschülers. Bisher hatte der junge Mann die Tat bestritten.

"Im Namen meines Mandanten spreche ich allen Opfern und ihren Angehörigen eine Entschuldigung aus", sagte Herbert Hedrich, Anwalt des Hauptschülers aus Neukölln, am Dienstagabend in der Abendschau des RBB. Er fügte hinzu: "Mein Mandant bedauert die ihm zur Last gelegte Tat außerordentlich und bittet alle, ihm zu verzeihen." Der 16-Jährige hat bisher gegenüber der Polizei die Tat bestritten.

Drei Tage nach der Attacke des Messerstechers gehen die Ermittler von mittlerweile 41 Opfern aus. 33 von ihnen erlitten Stich- oder Schnittverletzungen, wie ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte.

Der verdächtige 16-Jährige war nach neuen Erkenntnissen zum Tatzeitpunkt nicht extrem betrunken. Eine erste Blutuntersuchung habe Promillewerte ergeben, die auf eine deutliche, aber nicht besonders hohe Alkoholisierung schließen ließen, erläuterte der Sprecher weiter. Genauere Angaben darüber, wie sich die Werte auf den Beschuldigten ausgewirkt haben, könnten allerdings erst in einem Gutachten gemacht werden.

Der Täter war in der Nacht zu Samstag am Rande der Feierlichkeiten zur Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs durch Besucherströme gelaufen und hatte mit einem Messer wahllos auf Passanten eingestochen. Einige von ihnen liegen noch in Krankenhäusern. Da eines der ersten Opfer HIV-positiv war, wurden später Verletzte vorsorglich mit Aids-Medikamenten gegen eine Infektion mit dem HI-Virus behandelt.

Quelle: afp2
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung.
Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.


Melden Sie diesen Kommentar