Mord war "politische Tat": Mutmaßlicher Dreifachmörder von Overath: "Bin Terrorist"
zuletzt aktualisiert: 22.06.2004 - 13:56Köln (rpo). Der mutmaßliche Dreifachmörder von Overath hat sich Dienstag vor Gericht als Terrorist bezeichnet. Der 45-jährige Thomas A. gab an, er habe eine terroristische Vereinigung gegründet, mit dem Ziel einer "nationalen Revolte".
Auch sei das Verbrechen in der Overather Anwaltskanzlei eine "politische Tat" gewesen, ließ der rechtsextreme Ex-Söldner vor Gericht von seinem Anwalt erklären. Aus diesem Grund beantragte Thomas A. die Verlegung des Verfahrens vor das für Staatsschutzdelikte zuständige Oberlandesgericht Düsseldorf.
Die Staatsanwältin widersprach dem Angeklagten. Seine angeblichen Gesinnungsgenossen hätten in den polizeilichen Vernehmungen die Existenz einer von Thomas A. benannten "SS-Schutzstaffel" bestritten. Der Vorsitzende Richter Paul Schwellenbach will erst nach den gerichtlichen Aussagen dieser Zeugen über den Antrag des Angeklagten entscheiden.
Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft haben sich Thomas A. und seine mitangeklagte Freundin Jennifer D. am 7. Oktober vergangenen Jahres Zutritt zur Anwaltskanzlei Nickel in Overath bei Köln verschafft. Dort soll der 45-Jährige die dreiköpfige Anwaltsfamilie mit Schüssen aus einer Pump-Gun getötet haben.
Als Motiv vermutet die Staatsanwaltschaft Rache und den maßlosen Hass von Thomas A. auf alle Rechtanwälte. Der ermordete Anwalt hatte vor Jahren wegen Mietstreitigkeiten erfolgreich gegen Thomas A. prozessiert.
Für den Dienstag waren noch eine Angestellte der Rechtsanwaltskanzlei und eine Freundin der erschossenen Anwaltstochter als Zeuginnen geladen. Die Angestellte war dem Blutbad nur entkommen, weil sie zufällig frei hatte. Nach Angaben eines Gerichtssprechers leidet die Frau seitdem an Angstzuständen. Die Freundin der Erschossenen hatte sich mit dem Opfer am Tattag verabredet.
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