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Urteil erwartet: Mutmaßlicher Kofferbomber soll lebenslang in Haft

zuletzt aktualisiert: 09.12.2008 - 06:24

Düsseldorf (RPO). Der Angeklagte soll eine Kofferbombe in einer Regionalbahn platziert haben. Die Bundesanwaltschaft fordert für den 24-jährigen Libanesen eine lebenslange Freiheitsstrafe. Am Dienstag will das Düsseldorfer Oberlandesgericht (OLG) das Urteil verkünden.

Sie sieht in dem seit über elf Monaten dauernden Prozess als erwiesen an, dass el-Hajdib gemeinsam mit seinem im Libanon gefassten Komplizen Jihad Hamad im Sommer 2006 in Koffern versteckte Sprengsätze in zwei Regionalzüge deponierte. Deshalb will die Bundesanwaltschaft el-Hajdib wegen des versuchten mehrfachen Mordes und der versuchten Herbeiführung eines Sprengstoffanschlages verurteilen.

Die Verteidigung plädiert auf Freispruch. Aus Sicht der Anwälte hatten el-Hajdib und sein Komplize Hamad keinen Anschlag mit den nicht explodierten Kofferbomben beabsichtigt, sondern der deutschen Öffentlichkeit lediglich einen "Denkzettel" wegen der zuvor in einigen Zeitungen abgedruckten dänischen Mohammed-Karikaturen verpassen wollen.

Der Angeklagte selbst hatte vor einer Woche vor Gericht seine Unschuld beteuert. Er gab an, dass er sich nach dem Tod seines Bruders im Libanon-Krieg von den Anschlagsplänen distanziert habe. Nach diesem Ereignis, das ihn tief getroffen habe, sei er zu der Erkenntnis gekommen, dass die Tötung von unschuldigen Menschen falsch sei. Deshalb habe er die Sprengsätze bewusst so gebaut, dass sie nicht hätten explodieren können. Er habe dem Gasgemisch der beiden Sprengsätze keinen Sauerstoff zugefügt.

Die beiden Sprengsätze waren am 31. Juli 2006 von el-Hajdib und Hamad am Kölner Hauptbahnhof in Regionalzügen nach Hamm und Koblenz deponiert worden. Nach Überzeugung der Anklage waren die Bomben lediglich wegen eines Konstruktionsfehlers nicht explodiert und hätten sonst vermutlich mehrere Dutzend Menschen das Leben gekostet.

Quelle: DDP

 
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